von ih 11.04.2026 10:14 Uhr

Iran-Friedensgespräche in Pakistan sollen Konflikt beilegen

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen sollen am Samstag Verhandlungen zur dauerhaften Beilegung des Iran-Konflikts beginnen. Die US-Delegation wird von Vizepräsident James Vance angeführt. Der Iran knüpft seine Teilnahme an ein Ende der israelischen Angriffe auch auf die mit Teheran verbundene Hisbollah-Miliz im Libanon. Als Vermittler fungiert unter anderem der pakistanische Premier Shehbaz Sharif. Bei Bedarf sollen die Gespräche in Islamabad bis Sonntag fortgesetzt werden.

APA/AFP

US-Vizepräsident JD Vance sowie die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner trafen am Samstag in Pakistan ein. Ein Flugzeug mit der US-Delegation an Bord sei in der Hauptstadt Islamabad gelandet, hieß es.

Zu den Konfliktpunkten zählt der Status der derzeit blockierten Straße von Hormuz, die für den globalen Energiehandel von zentraler Bedeutung ist. Der Iran verlangt eine Kontrolle und plant ein Mautsystem. Die USA fordern eine freie und sichere Durchfahrt von Schiffen ohne Gebühr. Außerdem fordert Washington im Streit um das umstrittene Atomprogramm des Iran die Herausgabe von mehr als 400 Kilogramm Uran. Streit gibt es auch über das iranische Raketenprogramm sowie über die von Teheran geforderten Reparationszahlungen.

Verbalgeplänkel im Vorfeld - UNO ruft zu Ernsthaftigkeit auf

Direkte Verhandlungen könnten der Iran und die USA einem Medienbericht zufolge bereits am Samstagnachmittag aufnehmen. Voraussetzung sei aber, dass die USA die Vorbedingungen des Iran akzeptierten, meldet die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Zuvor werde sich die iranische Delegation am Samstag in der Früh mit Sharif treffen. Der Iran sei zu einer Einigung bereit, wenn Washington ein echtes Abkommen anbiete und dem Iran seine Rechte zugestehe, sagte der iranische Delegationsleiter Mohammad Baqer Qalibaf. Qalibaf erklärte auf X: Die USA hätten zugestimmt, eingefrorene iranische Vermögenswerte freizugeben und den Libanon in die Feuerpause einzubeziehen.

US-Präsident Donald Trump reagierte darauf in Sozialen Medien scharf. „Die Iraner scheinen nicht zu begreifen, dass sie keine Karten haben, außer der kurzfristigen Erpressung der Welt durch die Nutzung internationaler Wasserstraßen. Der einzige Grund, warum sie heute noch leben, ist, um zu verhandeln!“, schrieb er. Trumps Vize Vance brach unterdessen Richtung Pakistan auf.

Die iranische Verhandlungsdelegation ist indes bereits in Islamabad angekommen. Das berichteten iranische Medien. Zu den Unterhändlern zählten neben Qalibaf Außenminister Abbas Araqchi, der Sekretär des Verteidigungsrates, der Chef der Zentralbank sowie mehrere Parlamentsabgeordnete. Für die Gespräche in Islamabad wurden mehr als 10.000 Sicherheitskräfte, darunter Soldaten, Polizisten und paramilitärische Einheiten, stationiert. Das Regierungsviertel und die diplomatische Zone wurden abgeriegelt.

Kurz vor den geplanten Verhandlungen forderte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres beide Kriegsparteien auf, sich ernsthaft um eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zu bemühen. Sie müssten die Gespräche in Pakistan als Chance nutzen, „um sich in gutem Glauben um eine dauerhafte und umfassende Einigung zu bemühen, mit dem Ziel, die Lage zu deeskalieren und eine Rückkehr zu Feindseligkeiten zu verhindern“, sagte UNO-Sprecher Stephane Dujarric.

apa

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