von lif 09.04.2026 15:25 Uhr

Fett im Abwasser: Haushalte zahlen, Verursacher nicht

Südtirols Abwassersystem hat ein Fettproblem und die Kosten dafür tragen die falschen. Der Verbraucherschutzverein Robin schlägt Alarm.

APA/THEMENBILD

Die Menge an Altspeisefett, die getrennt gesammelt wird, ist in Südtirol massiv eingebrochen. Laut dem Verbraucherschutzverein Robin, sind diese von über 1.000 Tonnen im Jahr 2020 auf rund 370 Tonnen im Jahr 2024 gestiegen. Wo das fehlende Fett landet, ist offiziell ungeklärt. Der Verdacht liege aber nahe, dass ein Großteil davon im Abwasser landet. Der Verbraucherschutzverein Robin hat dazu eine Anfrage an die Landesämter für Gewässerschutz und Abfallwirtschaft gestellt. Die Antwort fällt ernüchternd aus: Das Land räumt ein, dass weder Daten zur tatsächlichen Mehrbelastung der Haushalte noch zur Kostenverteilung zwischen privaten Haushalten und Gastronomiebetrieben vorliegen. Gleichzeitig wird bestätigt, dass die Abwassergebühren ausschließlich nach der Menge, nicht nach der Belastung, berechnet werden.

„Niemand weiß, wie hoch die Zusatzkosten sind, aber alle zahlen sie. Das ist eine versteckte Mehrbelastung für die Bevölkerung“, kritisiert Robin-Geschäftsführer Walther Andreaus.

Verursacherprinzip außer Kraft

Stark belastetes Abwasser aus Gastronomie und Tourismus wird tariflich gleich behandelt wie normales Haushaltsabwasser. Das Verursacherprinzip gilt in der Praxis also nicht. Ob Betriebe ihrer gesetzlichen Pflicht zur korrekten Entsorgung von Altspeisefett nachkommen, wird kaum kontrolliert. Die Landesämter verweisen auf die Zuständigkeit der Gemeinden und räumen ein, dass Kontrollen „nicht einfach durchzuführen“ seien.

Keine Maßnahmen geplant

Trotz der bekannten Problematik plant das Land derzeit keine Maßnahmen auf Landesebene. Für Robin ist das nicht akzeptabel: „Hier wird Verantwortung weitergereicht, statt das Problem zu lösen. Am Ende bleibt die Allgemeinheit auf den Kosten sitzen.“ Der Verbraucherschutzverein fordert eine transparente Erhebung der Zusatzkosten, eine verursachergerechte Gebührenstruktur sowie wirksame Kontrollen. Robin kündigt an, das Thema weiterzuverfolgen und gegebenenfalls auch auf staatlicher Ebene überprüfen zu lassen.

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