Corona-Politik: Fragen zum Gesundheitsministertreffen 2020 in Rom

Unklar sei laut Renate Holzeisen bis heute, wer das Treffen tatsächlich initiiert habe. Der damalige italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza beschreibt in seinem Buch, er habe das Treffen wegen der Situation in Norditalien selbst angestoßen.
Der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset hingegen erklärte, der deutsche Minister Jens Spahn habe auf ein Treffen gedrängt, um mögliche politische Maßnahmen zu besprechen. Diese widersprüchlichen Darstellungen würden laut Holzeisen unterschiedliche Interpretationen der damaligen Lage nahelegen.
Risiko war „niedrig bis moderat“
Zum Zeitpunkt des Treffens bewertete das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) das Risiko für die Bevölkerung in Europa lediglich als „niedrig bis moderat“.
Trotzdem seien kurz danach in vielen Ländern drastische Szenarien mit hohen Todeszahlen durch mathematische Modelle verbreitet worden, die politischen Druck für weitreichende Maßnahmen erzeugt hätten.
Holzeisen fordert deshalb eine umfassende Aufarbeitung der damaligen Entscheidungsgrundlagen. Insbesondere die Rolle von Modellrechnungen sowie die Entstehung der politischen Dynamik, die schließlich zu Lockdowns und weiteren tiefgreifenden Maßnahmen führte, müssten transparent untersucht werden.






