von ih 08.04.2026 15:36 Uhr

Gratis-Wohnungen: Vorwürfe gegen Landesrätin Pamer

Die Diskussion um Gratis-Wohnungen für Ausländer in Südtirol sorgt weiterhin für politische Spannungen. Die Süd-Tiroler Freiheit erhebt abermals schwere Vorwürfe gegen Landesrätin Rosmarie Pamer (SVP) und spricht von widersprüchlichen Aussagen zur Finanzierung der Wohnungen.

94 Gemeinden werden zur Aufnahme von ausländischen Familien gezwungen und das Land bezahlt die Mieten. Dies geschieht auf Initiative von Soziallandesrätin Rosmarie Pamer (SVP). - Fotomontage: UT24.

Ausgangspunkt der STF-Kritik sind frühere Aussagen Pamers zur Kostenübernahme für Wohnungen im Rahmen von Integrationsprojekten. In einem Interview mit der Tageszeitung Dolomiten vom 25. Februar 2026 erklärte Pamer etwa: „Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Mieten das Land übernimmt.“

Auch in einer schriftlichen Antwort auf eine Landtagsanfrage soll sie mitgeteilt haben, dass die Wohnkosten den Gemeinden über die Gemeindenfinanzierung zugewiesen werden und dass das Land die Kosten für Integrationsprojekte der Bezirksgemeinschaften trägt.

„Die Mieten zahlt das Land“

Ähnliche Aussagen seien auch vom Präsidenten des Südtiroler Gemeindenverband, Dominik Oberstaller, bestätigt worden. In einem Interview mit der Tageszeitung Dolomiten habe dieser ebenfalls erklärt: „Die Mieten zahlt das Land.“

Vor diesem Hintergrund kritisiert die Süd-Tiroler Freiheit, dass Landesrätin Pamer der Bewegung nun die Verbreitung von Fake-News vorwerfe und erkläre, sie habe nie behauptet, die Wohnungen seien gratis. Die politische Bewegung von Sven Knoll spricht von „klaren Widersprüchen“ zwischen den aktuellen Aussagen der Landesrätin und ihren früheren Stellungnahmen.

Allgemeinheit muss Ausländer-Wohnungen bezahlen

Nach Ansicht der STF würden die Kosten der Ausländer-Wohnungen letztlich von der Allgemeinheit getragen, wenn das Land die Mietkosten übernehme oder den Gemeinden Mittel zur Verfügung stelle, um Wohnungen – teilweise bis zu 20 Prozent über dem Landesmietzins – anzumieten.

Auch ein möglicher symbolischer Beitrag der betroffenen Familien ändere daran nichts, so die STF.

Die Süd-Tiroler Freiheit spricht in diesem Zusammenhang von einer „politischen Kehrtwende“ oder dem Versuch, eine unpopuläre Maßnahme nachträglich anders darzustellen. Zudem wird kritisiert, dass bislang weder ein detailliertes Konzept noch eine Kostenberechnung vorgelegt worden sei.

Mehr als 10.000 Südtiroler gegen Gratis-Wohnungen für Ausländer

Als Reaktion auf die Debatte hat die Bewegung eine Online-Volksumfrage gestartet.

Laut Angaben der STF haben sich bereits mehr als 14.000 Personen daran beteiligt. Ziel der Umfrage sei es zu zeigen, dass ein Großteil der Bevölkerung nicht damit einverstanden sei, Gratis-Wohnungen für Ausländer bereitzustellen, während viele Einheimische Schwierigkeiten haben, sich Wohnen in Südtirol zu leisten.

Die Volksumfrage der Süd-Tiroler Freiheit läuft noch bis zum 16. April.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite