von ih 08.04.2026 14:56 Uhr

Steigende Rohstoffpreise setzen Bauwirtschaft unter Druck

Die aktuell steigenden Preise für Rohstoffe und Energie sorgen für wachsende Sorgen im Bau- und Produktionssektor. Ursache sind vor allem geopolitische Spannungen und instabile internationale Märkte, die sowohl die Energiekosten als auch die Preise wichtiger Materialien deutlich nach oben treiben. Darauf weist der lvh hin.

APA/THEMENBILD

Besonders stark betroffen sind energieintensive Baustoffe wie Zement, Stahl, Glas und Keramik. Hintergrund sind die zuletzt deutlich gestiegenen Preise für Gas und Strom. Gleichzeitig führen Störungen in den globalen Lieferketten zu einem eingeschränkten Angebot wichtiger Rohstoffe. Vor allem Produkte auf Erdölbasis – etwa Bitumen und Kunststoffe – sowie Metalle wie Aluminium, Kupfer und Nickel haben sich erheblich verteuert.

Zusätzlich melden viele Unternehmen steigende Transportkosten infolge höherer Treibstoffpreise. Die starke Preisvolatilität erschwere zudem eine verlässliche Planung von Bauprojekten. „Wir befinden uns in einer Phase großer Unsicherheit, die die gesamte Bauwirtschaft stark unter Druck setzt“, erklärt Baugruppenobmann Fritz Ploner. Die massiven Kostensteigerungen gefährdeten die Wirtschaftlichkeit vieler Betriebe und könnten Investitionen bremsen.

Auch lvh-Präsident Martin Haller fordert stabile Rahmenbedingungen. Viele Unternehmen seien mit kurzfristigen und schwer kalkulierbaren Preissteigerungen konfrontiert. Um Baustopps zu vermeiden und Planungssicherheit zu gewährleisten, seien funktionierende Anpassungsmechanismen notwendig.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Preisrevision bei öffentlichen Bauaufträgen. Diese ist im neuen Vergabekodex geregelt, der 2023 in Kraft getreten und Ende 2024 bereits angepasst wurde. Öffentliche Auftraggeber sind verpflichtet, entsprechende Klauseln in Ausschreibungen vorzusehen und Preisschwankungen regelmäßig zu prüfen. Bei Bedarf müssen Preise automatisch angepasst werden.

Für das Jahr 2026 hat der Gesetzgeber die entsprechenden Fristen nochmals verlängert, um die Anwendung der Preisrevision zu erleichtern. Ziel ist es, außergewöhnliche Preissteigerungen bei Baumaterialien, Treibstoffen und Energie abzufedern und ein ausgewogenes wirtschaftliches Verhältnis bei öffentlichen Bauaufträgen zu sichern.

Angesichts der aktuellen Entwicklungen fordert der lvh eine kontinuierliche Beobachtung der Preisentwicklung sowie gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Liquidität und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen – insbesondere kleiner und mittlerer Handwerksbetriebe, die von den Marktschwankungen besonders betroffen sind.

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