von mag 07.04.2026 12:58 Uhr

Ein unbequemer Visionär – Peter Brugger dachte Tirol weiter

Zum 40. Todestag des Südtiroler Politikers Peter Brugger erinnert sich Tirol an einen Mann, der nicht stehen bleiben wollte, als andere längst zufrieden waren. Brugger war kein Verwalter des Erreichten – er war ein Mahner, ein Vorausdenker und ein überzeugter Tiroler, der den Mut hatte, über Grenzen hinweg zu denken.

Peter Brugger – Vordenker für ein geeintes Tirol in Europa (Bild: SHB).

Ein Vordenker für ein ungeteiltes Tirol

Peter Brugger, der am 6. April 1986 verstarb, prägte über Jahre hinweg die Südtiroler Politik. Als Vertreter der Südtiroler Volkspartei kämpfte er entschlossen für die Rechte der deutschen und ladinischen Bevölkerung – und tat dies mit Klarheit und Rückgrat.

Doch Brugger dachte weiter als viele seiner Zeitgenossen: Für ihn war das sogenannte „Südtirol-Paket“ nie das Ziel, sondern lediglich ein Schritt auf einem längeren Weg. Ein Weg hin zu echter Selbstbestimmung und zu einem Tirol, das seine gewachsene Einheit nicht vergisst. Sein Blick war dabei stets nach vorne gerichtet – auf ein Europa der Regionen, in dem auch Tirol seinen selbstbewussten Platz finden kann.

Als die Jugend den Mut hatte, weiterzudenken

Ein besonders starkes Zeichen setzte Brugger im Jahr 1977 bei der Gründung der Europaunion Tirol (EUT). Während viele bereits meinten, das Erreichte sichern zu müssen, wagten junge Tiroler – vor allem Studenten – den Blick nach vorne.

Brugger erkannte sofort die Bedeutung dieser historischen Stunde. Bei der Gründungsversammlung in Bozen würdigte er den Mut und Idealismus der jungen Generation in eindringlichen Worten und forderte sie auf, unermüdlich am Zusammenwachsen Tirols zu arbeiten.

Die heute noch lebenden Gründungsmitglieder – Frau Notar Dr. Ida Tratter, Gründungsobmann Dr. Eduard Stoll und Universitätsprofessor Prof. Dr. Karl Socher – erinnern sich noch gerne an diese kraftvolle Rede.

Er sah in diesen jungen Menschen die Träger einer Idee, die ihn selbst bewegte: Tirol als gewachsene Einheit zu begreifen und im europäischen Rahmen neu zu denken – nicht als rückwärtsgewandte Sehnsucht, sondern als Auftrag für die Zukunft.

Das Paket war für ihn nie das Ende

Der heutige Obmann der Europaunion Tirol, Günther Ploner, erinnert sich im Gespräch mit UT24: „Peter Brugger war ein Mann mit Haltung und Weitblick. Für ihn war das Südtirol-Paket nie eine Endlösung, sondern ein Fundament, auf dem weitergebaut werden muss. Besonders beeindruckt hat ihn der Mut der jungen Menschen, die 1977 die Europaunion Tirol gegründet haben. Er hat sie ausdrücklich gelobt und in ihnen die Zukunft Tirols gesehen.“

Ploner betont weiter: „Dieses wertvolle Vermächtnis werden wir weiterhin mit Begeisterung pflegen. Brugger dachte größer. Nicht in engen politischen Grenzen, sondern in historischen Zusammenhängen und europäischen Perspektiven. Gerade heute braucht es wieder solche Stimmen.“

Ein Vermächtnis für Tirol und Europa

Vier Jahrzehnte nach seinem Tod ist Peter Brugger aktueller denn je. Sein Einsatz für Südtirol, sein Bekenntnis zu Gesamttirol und sein Glaube an ein Europa der Regionen sind Gedanken, die nichts an Kraft verloren haben.

Sein Geist lebt weiter – in jenen, die den Mut haben, nicht beim Status quo stehen zu bleiben. In jenen, die Tirol nicht nur verwalten, sondern gestalten wollen.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Männer wie Peter Brugger hinterlassen mehr als politische Spuren. Sie hinterlassen eine Haltung.

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