von ih 05.04.2026 17:48 Uhr

Appelle für Frieden und Solidarität am Ostersonntag

Die österreichischen Bischöfe haben bei Predigten am Ostersonntag für Frieden plädiert. Schließlich findet der Festtag der Auferstehung in einer Zeit multipler Kriege, etwa in der Ukraine oder im Nahen Osten, statt. So verwies der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler laut Kathpress auf Jesus: „Er hat nicht mit Gewalt, mit Drohnen und Raketen einen Deal erzwungen, sondern sich selbst, sein Leben gegeben.“ Auch wünschen sich die Geistlichen Solidarität statt Verrohung.

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Christen sind für den Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics „Boten des Friedens“. Die Auferstehung Jesu zeige, „dass Gott einen anderen Plan mit uns Menschen hat: nicht Krieg, Tod und Vernichtung, sondern Friede, Geschwisterlichkeit und Fülle des Lebens“, stellte auch der Feldkircher Bischof Benno Elbs fest, der den Festgottesdienst in Liechtenstein gefeiert hat. Nur in friedvollen Zeiten könnten Kinder auf eine gute Zukunft bauen und Menschen in Würde leben.

Elbs betonte, Papst Leo XIV habe in seiner Predigt am Palmsonntag festgehalten, dass man mit Gott keinen Krieg rechtfertigen kann. Kriege seien „unverrückbar scheinende Steine“, sagte der Salzburger Erzbischof Franz Lackner schon am Samstag. „Im Bemühen, etwas dagegen zu unternehmen, starrt auch uns eine gähnende Ohnmacht an. Das ist nun die Stunde unseres ‚Trotzdem!‘ Unseres ‚Dennoch‘ – wir lassen uns nicht abhalten, den Osterweg im Heute zu gehen.“

Elbs: Für solidarische Gesellschaft aufstehen

Jesus wolle, dass „wir mit seinem Geist im Herzen und mit seinem Blick auf unsere Mitmenschen schauen“, verkündete Zsifkovics in seiner Predigt. Ebenso forderten seine Kollegen mehr Nächstenliebe ein. Es sei an der Zeit „aufzustehen für eine solidarische Gesellschaft, für Wahrheit und Freiheit; aufzustehen für arme, ausgegrenzte und an den Rand gedrängte Menschen“, ist etwa Elbs überzeugt.

Auch der steirische Bischof Wilhelm Krautwaschl wünscht sich, „dass wir uns wieder zu Nächsten machen, denen das Schicksal der Menschen nicht einfach egal ist, weil wir uns als Schwestern und Brüder im gemeinsamen Haus unserer Welt verstehen.“Ein Hindernis könnten Soziale Medien sein, Krautwaschl zufolge verwandle sich gepflegtes Argumentieren auch dadurch immer mehr in Wortgefechte. Zudem zeigte er sich besorgt, dass überbordende Nachrichten vom Krieg dazu führen könnten, „dass unser Wahrnehmen abstumpft“.

Grünwidl: Kreuz als Symbol für Hoffnung und Solidarität

Das Kreuz sei ein Symbol für Hoffnung, Rettung, Caritas und Solidarität, betonte der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl die Wichtigkeit der Kirche für den Erhalt dieser Werte. Kreuze sollen deshalb nicht abgehängt und entfernt werden. Das könne „dazu beitragen, dass der Grundwasserspiegel der Solidarität sinkt, der gesellschaftliche Zusammenhalt schwächer und die soziale Temperatur kälter wird“, meinte er.

Außerdem appellierten die Bischöfe daran, das Osterfest ernstzunehmen. Dieses sei kein wertneutrales Frühlingsfest, so der Linzer Bischof Manfred Scheuer. „Dass da einer gestorben ist, noch dazu für uns, dass er sogar auferstanden ist, das verstehen wir nicht und hat auch nichts zu sagen“, kritisierte er. Für Zsifkovics ist die Kirche der richtige Ort zum Zelebrieren: „Feiern wir die christlichen Feste nicht nur allein zu Hause, in den Wellnesszentren, sondern wieder in der Kirche, mit der Pfarrgemeinde.“

apa

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