Südtiroler Bevölkerung fühlt sich großteils gesund

54 Prozent der volljährigen Bevölkerung gaben an, dass es ihnen gut geht und 26 Prozent, dass es ihnen sehr gut geht. 17 Prozent schätzten ihren Gesundheitszustand als weder gut noch schlecht ein, während drei Prozent angaben, dass es ihnen schlecht oder sehr schlecht geht. Das Alter beeinflusste die Wahrnehmung des eigenen Gesundheitszustands am stärksten. 37 Prozent der 18- bis 39-Jährigen und 30 Prozent der 40- bis 64-Jährigen gaben an, sich bester Gesundheit zu erfreuen. Bei den Personen ab 65 Jahren waren es hingegen sieben Prozent.
Geschlechtsunterschiede bei Gesundheitswahrnehmung
Insgesamt schätzten 85 Prozent der Männer und 77 Prozent der Frauen ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein. Der Unterschied zwischen diesen beiden Werten war größtenteils auf die unterschiedliche Altersstruktur der beiden Bevölkerungsgruppen zurückzuführen: Bei den Frauen war der Anteil der älteren Personen höher und diese Altersgruppe bewertete den eigenen Gesundheitszustand tendenziell schlechter als jüngere Personen. Die altersstandardisierten Raten (84 Prozent bei den Männern und 80 Prozent bei den Frauen) zeigten hingegen einen geringeren Unterschied, der statistisch nicht signifikant war.
Gesundheitliche Einschränkungen bei jedem Vierten
24 Prozent der erwachsenen Bevölkerung gaben an, aufgrund gesundheitlicher Probleme eingeschränkt zu sein. In den jüngeren Altersgruppen waren die Werte am niedrigsten (14 Prozent bei den 18- bis 39-Jährigen und 20 Prozent bei den 40- bis 64-Jährigen), während der Anteil bei den Personen ab 65 Jahren auf 43 Prozent anstieg.
Medikamenteneinnahme steigt mit Alter
Zwei von fünf Personen (39 Prozent) hatten in den zwei Tagen vor der Beantwortung des Fragebogens Medikamente eingenommen. Auch in diesem Fall zeigte sich der Einfluss des Alters deutlich: 23 Prozent der 18- bis 39-Jährigen, 32 Prozent der 40- bis 64-Jährigen und 71 Prozent der Personen ab 65 Jahren gaben an, in den zwei Tagen vor der Befragung Medikamente eingenommen zu haben.
Der Anteil der Frauen, die in den zwei Tagen vor der Befragung Medikamente eingenommen hatten (44 Prozent), lag über jenem der Männer (35 Prozent). Dieser Unterschied blieb auch nach der Altersstandardisierung signifikant, mit Anteilen von 42 Prozent beziehungsweise 34 Prozent.
Jeder Siebte weder sportlich noch körperlich aktiv
42 Prozent der erwachsenen Bevölkerung trieben regelmäßig Sport, 16 Prozent gelegentlich und 27 Prozent trieben keinen Sport, waren jedoch körperlich aktiv. Die verbleibenden 15 Prozent trieben weder Sport noch waren sie körperlich aktiv.
Die deutlichsten Unterschiede zeigten sich in Bezug auf das Alter: Die regelmäßige sportliche Betätigung nahm mit zunehmendem Alter kontinuierlich ab und sank von 53 Prozent bei den 18- bis 39-Jährigen auf 28 Prozent bei den Personen ab 65 Jahren. Gleichzeitig nahm sowohl der Anteil der Personen, die nur körperlich aktiv waren, als auch jener der körperlich inaktiven Personen zu.
Es bestanden geschlechtsspezifische Unterschiede, die jedoch geringer ausfielen: Bei den Männern war regelmäßige sportliche Betätigung weiter verbreitet als bei den Frauen (47 Prozent gegenüber 37 Prozent).
Vier von zehn Personen übergewichtig oder fettleibig
57 Prozent der erwachsenen Bevölkerung waren normalgewichtig, während 31 Prozent übergewichtig und acht Prozent fettleibig waren. Ein geringerer Anteil der Bevölkerung (vier Prozent) war untergewichtig.
Es bestanden deutliche Unterschiede nach Geschlecht: Bei den Männern war der Anteil der Übergewichtigen höher (43 Prozent gegenüber 19 Prozent bei den Frauen), während bei den Frauen Normalgewicht eindeutig überwog (67 Prozent gegenüber 47 Prozent bei den Männern).
Deutliche Unterschiede zeigten sich auch nach Altersklasse. Der Anteil der Personen mit Normalgewicht nahm mit zunehmendem Alter kontinuierlich ab und sank von 65 Prozent in der Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen auf 47 Prozent bei den Personen ab 65 Jahren. Parallel dazu stiegen die Anteile von Personen mit Übergewicht und Fettleibigkeit und erreichten in der älteren Bevölkerung die höchsten Werte.
16 Prozent rauchen
16 Prozent der erwachsenen Bevölkerung gaben an zu rauchen, 25 Prozent hatten in der Vergangenheit geraucht und 58 Prozent hatten noch nie geraucht. Der Unterschied zwischen dem Anteil der rauchenden Männer (18 Prozent) und Frauen (14 Prozent) war statistisch nicht signifikant. Mit zunehmendem Alter sank der Anteil der Raucher.
Männer trinken mehr
78 Prozent der Erwachsenen konsumierten im Laufe des Jahres mindestens ein alkoholisches Getränk und 14 Prozent gaben an, täglich Alkohol zu trinken. Der Konsum alkoholischer Getränke war bei Männern (85 Prozent) stärker verbreitet als bei Frauen (72 Prozent) und nahm in der Altersgruppe der 65-Jährigen und Älteren ab.
Neun Prozent der volljährigen Bevölkerung konsumierten mindestens einige Male pro Woche alkoholische Getränke außerhalb der Mahlzeiten. Der Anteil betrug 14 Prozent bei den Männern und fünf Prozent bei den Frauen.
18 Prozent der erwachsenen Bevölkerung gaben an, mindestens einmal im Laufe des Jahres bei einer einzigen Gelegenheit sechs oder mehr Gläser alkoholischer Getränke konsumiert zu haben (Bingedrinking). Dieses Verhalten war bei Männern (25 Prozent) stärker verbreitet als bei Frauen (zehn Prozent) und trat besonders häufig in der Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen auf (31 Prozent).
Psychisches Wohlbefinden auf hohem Niveau
Im Jahr 2024 betrug der Index der psychischen Gesundheit in Südtirol 75. Dieser Wert war im Vergleich zu den Vorjahren stabil und lag über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt (68). Das psychische Wohlbefinden wies sehr geringe geschlechts- und altersbezogene Unterschiede auf, die an der Grenze der statistischen Signifikanz lagen.
75 Prozent der Erwachsenen gaben an, sich in den vier Wochen vor der Befragung immer oder häufig ruhig und/oder unbeschwert gefühlt zu haben, und ein vergleichbarer Anteil (74 Prozent), glücklich gewesen zu sein. Negative Gefühle waren hingegen weniger verbreitet: Sieben Prozent berichteten, sich immer oder häufig sehr aufgeregt gefühlt zu haben, fünf Prozent entmutigt und traurig sowie vier Prozent völlig niedergeschlagen.
Hohe Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen
In den zwölf Monaten vor der Befragung hatten 46 Prozent der erwachsenen Bevölkerung fachärztliche Visiten in Anspruch genommen, 53 Prozent hatten Blutproben und 39 Prozent fachärztliche Untersuchungen durchführen lassen.
Frauen nahmen häufiger als Männer fachärztliche Visiten sowie fachärztliche Untersuchungen in Anspruch. Dieser Unterschied blieb auch unter Berücksichtigung der altersstandardisierten Raten bestehen und wies auf eine stärkere Nutzung dieser Leistungen durch die weibliche Bevölkerung hin.
Die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen nahm mit dem Alter zu. Junge Erwachsene nahmen fachärztliche Visiten, Blutproben und fachärztliche Untersuchungen seltener in Anspruch als die älteren Altersgruppen.
In den zwölf Monaten vor der Befragung hatten sieben Prozent der erwachsenen Bevölkerung auf mindestens eine notwendige fachärztliche Visite verzichten müssen.
Notaufnahme und Bereitschaftsdienst
In den drei Monaten vor der Befragung hatten neun Prozent der erwachsenen Bevölkerung eine Notaufnahme aufgesucht, neun Prozent hatten den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Anspruch genommen und drei Prozent wurden in einem öffentlichen oder privaten Krankenhaus stationär aufgenommen.
Nach Altersgruppen betraf der einzige statistisch signifikante Unterschied die Inanspruchnahme der Notaufnahme, die bei den 65-Jährigen und Älteren häufiger war (15 Prozent).
Südtirol über dem italienischen Durchschnitt
Die altersstandardisierte Rate des als gut oder sehr gut wahrgenommenen Gesundheitszustands in Südtirol (81 Prozent) lag signifikant über dem entsprechenden gesamtstaatlichen Wert von 65 Prozent.
In Südtirol war die regelmäßige sportliche Betätigung stärker verbreitet als auf gesamtstaatlicher Ebene (43 Prozent gegenüber 25 Prozent). Demgegenüber war der Anteil der Personen, die weder Sport trieben noch sich körperlich betätigten, auf gesamtstaatlicher Ebene deutlich höher als in Südtirol (34 Prozent gegenüber 14 Prozent).
Die altersstandardisierte Rate von Übergewicht und Fettleibigkeit lag in Südtirol (38 Prozent) unter dem gesamtstaatlichen Durchschnitt (45 Prozent).
Der Vergleich der altersstandardisierten Raten zeigte in Südtirol höhere Werte als im gesamtstaatlichen Durchschnitt hinsichtlich der Inanspruchnahme der Notaufnahme (zehn Prozent gegenüber sieben Prozent) und des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (neun Prozent gegenüber vier Prozent), während sich bei Krankenhauseinweisungen keine Unterschiede zeigten (jeweils drei Prozent).






