Südtirols Industrie: 2026 wird schwieriger

Das zeigt das aktuelle Frühjahrs-Wirtschaftsbarometer des WIFO, des Wirtschaftsforschungsinstituts der Handelskammer Bozen. Neun von zehn Betrieben im Verarbeitenden Gewerbe bewerten ihre Ertragslage 2025 als zufriedenstellend. Eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Herbst 2024.
Starke Branchen, schwache Textilwirtschaft
Das Bild ist jedoch nicht überall gleich. Besonders gut lief es im Maschinen- und Fahrzeugbau, in der Lebensmittelherstellung und in der Produktion von Baumaterialien. Schwieriger war die Lage in der Textil- und Bekleidungsbranche: Dort beklagt fast ein Drittel der Unternehmen ein unbefriedigendes Geschäftsergebnis. Auch bei den Exporten zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Gesamtexporte Südtirols, ohne landwirtschaftliche Erzeugnisse, lagen 2026 bei rund 6,8 Milliarden Euro, ein leichter Rückgang von 0,7 Prozent gegenüber 2024. Während die Ausfuhren von Elektro- und Elektronikgeräten stark zurückgingen, verzeichneten Fahrzeuge und Lebensmittel ein robustes Wachstum. Belastet wurde die Exportentwicklung weiterhin von der wirtschaftlichen Schwäche der wichtigsten Handelspartner Deutschland und Österreich.
Bei der Beschäftigung zählte das Verarbeitende Gewerbe 2025 durchschnittlich rund 35.300 Mitarbeiter, was minimaler Rückgang von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist.Â
2026: Unsicherheit und steigende Kosten
Für das laufende Jahr überwiegt vorsichtiger Optimismus mit Einschränkungen. Die Umfrage spiegelt die jüngsten Entwicklungen im Nahostkrieg noch nicht vollständig wider. Steigende Energiekosten zwingen viele Betriebe dazu, ihre Verkaufspreise anzuheben. Investitionen dürften sich weiter verzögern. Die Kapazitätsauslastung soll in etwa auf dem Vorjahresniveau von rund 85 Prozent bleiben. Wachstum bei Umsatz und Beschäftigung wird vor allem von größeren Betrieben ab 50 Mitarbeitern erwartet. Dennoch rechnen über 90 Prozent der befragten Unternehmen mit einer befriedigenden Ertragslage.
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