von lif 02.04.2026 09:29 Uhr

Über 10.000 Personen in Südtirol nutzten Familienberatungsstellen

Im Jahr 2025 wandten sich 10.643 Personen an die fünfzehn privaten Familienberatungsstellen in Südtirol. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Landesinstituts für Statistik (ASTAT).

Bild: Pixabay

Die Familienberatungsstellen boten multidisziplinäre Dienste zur Förderung der psychophysischen Gesundheit von Einzelpersonen, Paaren und Familien an. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der psychologisch-pädagogischen Beratungen auf 41.973 (2024: 39.685), während jene der Gesundheitsleistungen auf 6.004 sank (2024: 6.635).

Verteilung über das Landesgebiet

Die Familienberatungsstellen waren über das gesamte Landesgebiet verteilt. Die größte Konzentration an Nutzern gab es in Bozen: Hier waren fünf Einrichtungen tätig, die 51 Prozent aller Betreuten begleiteten. Im Bezirk Meran arbeiteten drei Familienberatungsstellen, die 31,5 Prozent der Nutzer betreuten.

Die meisten Betreuten waren volljährig (90 Prozent), 5,3 Prozent waren Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren. Der Anteil der Kinder unter zwölf Jahren ist leicht gestiegen und zwar von 4,5 Prozent im Jahr 2024 auf 4,7 Prozent (2025).

Drei Viertel Frauen

Da die angebotenen Dienste überwiegend auf die weibliche Gesundheitsvorsorge abzielten, waren die meisten Betreuten Frauen (75,7 Prozent). Der Männeranteil betrug 24,3 Prozent. Aus den Daten ging weiters hervor, dass der Anteil der männlichen Nutzer in den letzten fünf Jahren stetig gestiegen ist.

Einzelpersonen am häufigsten

Im Laufe des Jahres 2025 wurden die Familienberatungsstellen 9.525-mal von Einzelpersonen, Paaren und Familien genutzt. Dies entsprach einem leichten Rückgang gegenüber 2024 (9.639 Nutzungen). 38,7 Prozent davon waren neue Kontakte. Am häufigsten nutzten Einzelpersonen die Familienberatungsstellen (88,5 Prozent der Nutzungen), gefolgt von den Familien (6,2 Prozent) und den Paaren (5,4 Prozent).

93,3 Prozent der Betreuten besaßen die italienische Staatsbürgerschaft, 4,3 Prozent eine außereuropäische und 2,4 Prozent eine andere europäische als die italienische.

Italienisch am häufigsten gesprochen

52,6 Prozent der von den Familienberatungsstellen betreuten Personen verwendeten in der Kommunikation Italienisch, 42,9 Prozent Deutsch, 0,3 Prozent Ladinisch und 4,2 Prozent eine andere Sprache. In einigen Einrichtungen gab es Kulturvermittlerinnen zur Unterstützung bei der ambulanten Versorgung und den Beratungsgesprächen.

Gynäkologie an erster Stelle

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 6.004 Gesundheitsleistungen erbracht. Davon waren 35,7 Prozent gynäkologische Untersuchungen und 18,1 Prozent Krebsvorsorgeuntersuchungen (Pap-Tests). Im Vergleich zu 2024 war die Zahl der Kontrolluntersuchungen während der Schwangerschaft gestiegen (+6,5 Prozent) und jene der Brustuntersuchungen gesunken (-14,4 Prozent). Die Informationsgespräche zur Empfängnisverhütung wurden etwas weniger nachgefragt (-8,3 Prozent), während jene zum freiwilligen Schwangerschaftsabbruch zunahmen (+72,5 Prozent).

Trennungen und Ängste am häufigsten

Beratungsgespräche psychologischer, sozialer, erzieherischer und rechtlicher Art waren Kernpunkte der Tätigkeit der Familienberatungsstellen. 2025 wurden mehr als 22.000 psychologisch-pädagogische Gespräche aufgrund von Problemen von Einzelpersonen durchgeführt. In 42,3 Prozent der Fälle betrafen sie Trennungen, Ängste und Phobien.

Gegenüber 2024 war die Nachfrage nach Gesprächen aufgrund von Stress und Überforderung (+19,4 Prozent) und von Trauerfällen (+18,0 Prozent) gestiegen. 12,2 Prozent aller Beratungen waren Gespräche aufgrund von Lebens- und Identitätskrisen.

Kommunikationsprobleme bei Paaren

Bei den psychologisch-pädagogischen Beratungen von Paaren wurden am häufigsten Kommunikationsprobleme in der Partnerschaft (34,3 Prozent) beziehungsweise Trennungen und Scheidungen (22,6 Prozent) thematisiert. Die Gespräche aufgrund von Rollenkonflikten, außerehelichen Beziehungen, Eifersucht und Verlustangst stiegen um 36,9 Prozent.

Erziehungsprobleme im Fokus

2025 wurden weiters 7.550 psychologisch-pädagogische Beratungen aufgrund von familiären Problemen geführt. Davon betrafen 41,9 Prozent Erziehungsschwierigkeiten zwischen Eltern und Kindern und 40,5 Prozent andere psychologische Probleme. Die Gespräche aufgrund von Schwierigkeiten im Sozialverhalten waren hingegen rückläufig (-18,4 Prozent gegenüber 2024).

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