von mmh 31.03.2026 19:21 Uhr

„Darf nicht passieren“: Heftige Kritik an Umbau der Kinder und Jugendanwaltschaft

Der Südtiroler Jugendring (SJR), die Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste (AGJD) und netz | Offene Jugendarbeit sprechen sich geschlossen gegen die geplante Neuregelung der Ombudsstellen im Südtiroler Landtag aus. Ihr zentrales Anliegen: Die Eigenständigkeit der Kinder- und Jugendanwaltschaft müsse unbedingt erhalten bleiben.

Bild von Alicja auf Pixabay

Kritik an geplanter Zusammenlegung

Hintergrund ist der Landesgesetzentwurf Nr. 67/26, der vorsieht, mehrere Ombudsstellen zusammenzuführen. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft würde dabei in einen „Bereich Kinder und Jugendliche“ innerhalb einer neuen Ombudsstelle für Bürgeranliegen umgewandelt und dem Leitungs- sowie Weisungsrecht einer zentralen Führung unterstellt.

Für die Jugendorganisationen ist das ein klarer Rückschritt. „Wir haben schon im letzten Jahr gemeinsam mit unseren Mitgliedsorganisationen die Resolution ‚Erhaltung der Eigenständigkeit der Kinder- und Jugendanwaltschaft und Ausbau derselben‘ verabschiedet. In dieser wurde gefordert, dass die Kinder- und Jugendanwaltschaft als Anwaltschaft selbstständig und weisungsungebunden bleibt und diese Unabhängigkeit weiterhin gesetzlich verankert wird“, erklärt SJR-Vorsitzende Katja Oberrauch.

Auch verwaltungstechnische Anpassungen werden zwar grundsätzlich als legitim angesehen, doch die geplante Struktur stoße auf breite Kritik. „Die Kinder- und Jugendanwaltschaft würde durch diesen Schritt entmachtet, was nicht im Interesse der Kinder und Jugendlichen sein kann“, betont Wolfram Nothdurfter, Präsident von netz | Offene Jugendarbeit.

Sorge um Zugang und Schutz für junge Menschen

Neben der fehlenden Unabhängigkeit sehen die Organisationen auch die niederschwellige Zugänglichkeit für Kinder und Jugendliche in Gefahr. Die Umbenennung in einen bloßen „Bereich Kinder und Jugendliche“ könne dazu führen, dass sich besonders junge und vulnerable Gruppen weniger gut orientieren.

„Nur noch vom ‚Bereich Kinder und Jugendliche‘ zu sprechen führt dazu, dass Kinder und Jugendliche sich nicht mehr so leicht zurechtfinden“, erklärt AGJD-Vorsitzende Sonja Plank.

Zudem verweisen die Organisationen darauf, dass die Kinder- und Jugendanwaltschaft in der Bevölkerung etabliert sei und die Zahl der Anfragen kontinuierlich steige. Eine Umstrukturierung würde daher ein funktionierendes System schwächen, statt es weiterzuentwickeln.

Unterstützung kommt auch von weiteren Jugendvertretern, darunter Anna Bernard (AVS-Jugend), Simon Klotzner (Südtirols Katholische Jugend) und Matthias Komar (Katholische Jungschar Südtirols). Gemeinsam fordern sie, von der geplanten Neuregelung abzusehen und stattdessen die personellen Ressourcen der Kinder- und Jugendanwaltschaft auszubauen.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite