von ih 30.03.2026 18:35 Uhr

Südtirol verstärkt Kampf gegen invasive Arten

Südtirol setzt im Umgang mit invasiven Arten konsequent auf Prävention, Forschung und gezielte Maßnahmen. Das geht aus einer Stellungnahme von Landwirtschaftslandesrat Luis Walcher (SVP) hervor, der auf eine Anfrage der Liste JWA reagierte.

Landesrat Luis Walcher (SVP) - Foto: Fabio Brucculeri

„Wir nehmen die Risiken, die mit der Ausbreitung invasiver Arten einhergehen, sehr ernst“, betont Landesrat Luis Walcher. Entscheidend sei vor allem, potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen und zu handeln, bevor sie sich zu einem ernsthaften Problem für die Landwirtschaft entwickeln.

Eine zentrale Rolle bei der Überwachung spielt neben dem Pflanzenschutzdienst und der landwirtschaftlichen Beratung das Versuchszentrum Laimburg. Dort werden regelmäßig Erhebungen durchgeführt, um das Auftreten gebietsfremder Insektenarten zu beobachten. Werden entsprechende Funde gemacht, erfolgt eine differenzierte Bewertung der Risiken. Besonders bei sogenannten Quarantäne-Arten wird im Einzelfall geprüft, welches Schadpotenzial unter den spezifischen Bedingungen in Südtirol besteht.

Der Direktor des Versuchszentrums, Michael Oberhuber, unterstreicht die Bedeutung dieser Arbeit: „Schädlinge verursachen in der Landwirtschaft erhebliche Schäden.“ Beispiele wie die Marmorierte Baumwanze, die Kirschessigfliege oder der Japankäfer zeigten, wie wichtig ein gut abgestimmtes Management sei.

Am Versuchszentrum werde daher auf mehreren Ebenen gleichzeitig gearbeitet: Neben der Überwachung der Populationen stehen die Erforschung der Schädlingsbiologie sowie die Entwicklung von Bekämpfungsstrategien im Fokus. Dazu zählen sowohl klassische Methoden als auch biologische Ansätze – etwa der Einsatz natürlicher Gegenspieler, Verwirrungstechniken oder entomopathogener Pilze. Ziel sei es, Erträge und Qualität langfristig zu sichern.

Aktuell gelten in Südtirol vor allem der Japankäfer und der Asiatische Bockkäfer als relevante invasive Arten. Beide wurden bislang nur vereinzelt – etwa in Fallen – nachgewiesen und haben sich noch nicht dauerhaft angesiedelt. In anderen Teilen Italiens sind sie jedoch bereits verbreitet.

Mit einem wissenschaftlich fundierten und vorausschauenden Vorgehen will das Land Südtirol verhindern, dass sich solche Arten etablieren. Langfristig soll so die landwirtschaftliche Produktion im Land geschützt und nachhaltig gesichert werden.

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