von ih 30.03.2026 16:50 Uhr

Team K will Wohnungsnot in Bozen bekämpfen

In Bozen spitzt sich die Wohnungsnot weiter zu: Während Mieten steigen und Wohnraum knapp bleibt, stehen gleichzeitig zahlreiche Gebäude leer oder werden nicht genutzt. Genau hier setzt ein neuer Vorstoß von Team K an. Mit einem Maßnahmenpaket wollen die Gemeinderatsmitglieder ungenutzte Flächen wieder für Wohnzwecke erschließen – ohne zusätzliche Grünflächen zu verbauen.

Foto: Team K

Nach Ansicht von Team K hat die Wohnungsnot in Bozen zwei zentrale Ursachen: Einerseits sind die Preise für viele Familien und Arbeitnehmer kaum noch leistbar, andererseits bleibt vorhandener Raum ungenutzt. So gibt es laut den Antragstellern zahlreiche ehemalige Wohnungen, die in den 1980er-Jahren zu Büros umfunktioniert wurden, ebenso wie Dachgeschosse oder frühere Geschäftslokale, die sich grundsätzlich als Wohnraum eignen würden, derzeit aber durch gesetzliche Vorgaben blockiert sind.

Der nun eingebrachte Antrag wurde von den Team-K-Gemeinderatsmitgliedern Thomas Brancaglion, Giuliana Dragogna und Matthias Cologna gemeinsam mit dem Architekten Lukas Abram ausgearbeitet. Ziel ist es, bestehende Hürden in der Bau- und Nutzungsordnung abzubauen und so schnell zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.

Kern des Vorschlags sind vier konkrete Maßnahmen: Erstens soll es künftig einfacher werden, bestehende Gebäude wieder als bewohnbar zu erklären – auch dann, wenn sie nicht alle aktuellen Standards erfüllen. Voraussetzung bleibt jedoch, dass grundlegende Sicherheits- und Hygienekriterien eingehalten werden. Damit soll stärker zwischen Neubauten und der Wiedergewinnung bestehender Gebäude unterschieden werden.

Zweitens fordert Team K eine Senkung der Erschließungsabgaben bei der Umwandlung von Büros in Wohnungen. Statt bisher zehn Prozent sollen nur noch fünf Prozent anfallen, um private Eigentümer stärker zu Investitionen zu motivieren.

Drittens zielt der Antrag auf die Abschaffung aus Sicht der Initiatoren überholter Vorschriften ab. Dazu zählen etwa die Pflicht zu einem eigenen Kamin pro Küche, Einschränkungen bei Fenstern zu Innenhöfen oder Regelungen, die eine Umnutzung von Erdgeschosslokalen verhindern.

Viertens soll der Ausbau von Dachgeschossen in der Altstadt erleichtert werden. Derzeit scheitern viele Projekte an komplexen und langwierigen Änderungen des Wiedergewinnungsplans.

„Die Forderung, landwirtschaftliche Grünflächen zu schützen, ist nachvollziehbar“, betont Gemeinderat Brancaglion. „Sie darf aber nicht als Vorwand dienen, um notwendige Maßnahmen weiter hinauszuzögern.“ Architekt Abram ergänzt, viele der bestehenden Auflagen seien „gut gemeint, aber technisch längst überholt“ – und würden die Stadt letztlich teuer zu stehen kommen.

Der Antrag sieht außerdem vor, dass der Bürgermeister innerhalb von sechs Monaten ein umfassendes Maßnahmenpaket vorlegt. Für Team K ist dies nur der Auftakt: Weitere Initiativen auf Gemeinde- und Landesebene sollen folgen, um die strukturellen Ursachen der Wohnungsnot langfristig zu bekämpfen.

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