von lif 27.03.2026 14:25 Uhr

Die Oster-Urlauber: Wie Touristen Südtirol kapern

Am Gründonnerstag wird es eng. Während Einheimische zum Ostereinkauf fahren wollen, schieben sich Tausende Urlauber über die Brennerautobahn nach Südtirol und bleiben dort hängen.

Bild: APA/THEMENBILD

Die ADAC-Verkehrsprognose von dieser Woche lässt nichts Gutes erahnen: Freitag, 27. März, wenn in zehn Bundesländern die Osterferien beginnen, wird zum Hauptreisetag. Auch am Gründonnerstag, 2. April, und am Ostermontag, 6. April, rechnen Experten mit massiven Staus. Besonders betroffen sind dabei die Brennerautobahn, die Inntalautobahn und die Tauernautobahn. Die Luegbrücke auf der Brennerautobahn ist wegen Sanierungsarbeiten bis zu den Osterferien nur einspurig befahrbar.

In Südtirol selbst wird es kaum besser. Der ADAC warnt vor „hohem Verkehrsaufkommen“ in beliebten Urlaubsregionen wie dem Pustertal, dem Grödnertal und dem Vinschgau.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Südtirol ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein Massenphänomen. 2024 verzeichnete das Land 8,7 Millionen Ankünfte und 37,1 Millionen Übernachtungen – ein Plus von 3,3 Prozent bei den Ankünften und 2,6 Prozent bei den Übernachtungen. Bozen ist die tourismusintensivste Stadt Italiens.

Die Deutschen dominieren mit 49,1 Prozent aller Übernachtungen, gefolgt von Italienern mit 21,3 Prozent. Der Tourismus erwirtschaftet zehn Prozent der gesamten Südtiroler Bruttowertschöpfung. Ein lukratives Geschäft, das aber zunehmend auf Kosten der Einheimischen geht.

Die schleichende Enteignung

Für Einheimische wird das Leben zunehmend unerträglich. Rund 6.000 Wohneinheiten sind in Südtirol als Kurzzeitmieten online verfügbar. Das ist Wohnraum, der dem normalen Mietmarkt entzogen wird und die Preise in die Höhe treibt. Beliebte Wanderwege wie zur Seceda, zum Pragser Wildsee oder zum Karersee meiden viele Südtiroler mittlerweile komplett. „Wir haben eine schleichende Enteignung durch touristische Überbeanspruchung“, sagt ein Einheimischer.

Auch der Verkehr macht das Leben schwer. Auf Passstraßen herrscht an Wochenenden und Feiertagen Gehörschaden-Risiko durch den Dauerlärm. Die Brennerautobahn meiden Einheimische in der Hochsaison, weil Staus vorprogrammiert sind. Die IDM-Strategie, die Saison auf Herbst und Frühling auszuweiten, verschärft das Problem zusätzlich: Statt einer kurzen Hochsaison gibt es mittlerweile fast ganzjährig Touristenandrang.

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