von mmh 27.03.2026 09:16 Uhr

„Schwere Wunde in der Dolomiten-Natur“: Naturdenkmal teils zerstört

Die Südtiroler Landesregierung hat mit einem Beschluss vom 6. März den Rekurs der Piz de Sella AG gegen die Wiederherstellungsverfügung im Bereich des Naturdenkmals „Steinerne Stadt“ abgelehnt. Damit wird die Entscheidung bestätigt, wonach im Jahr 2023 schwerwiegende Eingriffe in das geschützte Gebiet erfolgt sind.

(Foto: Heimatpflegeverband Südtirol)

Die „Steinerne Stadt“ am Sellajoch gilt als eines der besonders geschützten Naturdenkmäler Südtirols. Geprägt ist das Gebiet durch markante Dolomitformationen und eine empfindliche alpine Vegetation. Laut den vorliegenden Unterlagen kam es im Zuge von Arbeiten am Skiweg zu deutlich umfangreicheren Eingriffen als ursprünglich genehmigt. Genannt werden unter anderem das Entfernen und Verkleinern von Felsblöcken sowie massive Erdbewegungen und Aufschüttungen in natürlichen Talsenken und Mulden, wodurch die gewachsene Struktur des Gebiets beeinträchtigt worden sei.

„Unwiederbringlich zerstört“

In der Entscheidung der Landesregierung wird festgehalten, dass nicht genehmigte Eingriffe in ein besonders geschütztes Naturdenkmal erfolgt sind. Die daraus entstandenen Schäden werden als schwerwiegend eingestuft. Teile des Gebietes seien laut Beschluss sogar „unwiederbringlich zerstört“.

Auch ein beigezogener technischer Sachverständiger kommt zu einer deutlichen Bewertung. In seinem Gutachten heißt es: „Der Schaden ist bereits angerichtet und stellt eine schwere Wunde dar.“ Damit wird von einem irreversiblen Schaden gesprochen, der nicht mehr vollständig rückgängig gemacht werden kann. Eine Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes sei demnach nur teilweise möglich, während in bereits stark betroffenen Bereichen die Eingriffe dauerhaft bestehen bleiben.

  • (Foto: Heimatpflegeverband Südtirol)
  • (Foto: Heimatpflegeverband Südtirol)

Forderung nach strengeren Kontrollen

Die Entscheidung der Landesregierung wird von mehreren Alpin- und Umweltorganisationen begrüßt. In einer gemeinsamen Stellungnahme des CAI Alto Adige, des AVS, des Dachverbands für Natur- und Umweltschutz, des Heimatpflegeverband Südtirol, von Nosc Cunfin, Mountain Wilderness sowie der Sektion Bozen des CAI wird betont, dass mit der Ablehnung des Rekurses und der Bestätigung der Wiederherstellungsverfügung ein klares Signal gesetzt werde: Widerrechtliche Eingriffe in geschützte Landschaften dürften nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Gleichzeitig wird auf strukturelle Probleme hingewiesen. Der entstandene Schaden hätte nach Ansicht der Organisationen durch rechtzeitiges Einschreiten verhindert werden können. Für die Zukunft fordern sie daher verstärkte Kontrollen und ein frühzeitiges Eingreifen bei Abweichungen von genehmigten Projekten, um irreversible Schäden zu vermeiden.

Schutz alpiner Lebensräume

Der Fall „Steinerne Stadt“ zeige erneut die Verletzlichkeit alpiner Lebensräume, so die Unterzeichner der Stellungnahme. Wirtschaftliche Interessen müssten stärker mit dem Schutz von Natur und Landschaft in Einklang gebracht werden. Nur durch konsequentes Handeln und klare Rahmenbedingungen könne sichergestellt werden, dass Naturdenkmäler auch für kommende Generationen erhalten bleiben.

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