von mmh 26.03.2026 16:01 Uhr

Energie aus Tirol – für Tirol: Über 60 Prozent aus erneuerbaren Quellen

Tirol hat sich auf den Weg zu einer nachhaltigen und unabhängigen Energieversorgung gemacht. Bereits 2014 wurde mit dem Projekt „TIROL 2050 energieautonom“ die strategische Ausrichtung beschlossen – noch vor internationalen Klimakonferenzen und geopolitischen Krisen. Die neuesten Zahlen der Statistik Austria zeigen nun: Erstmals werden über 60 Prozent des Endenergiebedarfs in Tirol aus erneuerbaren Quellen gedeckt. Zum Vergleich: 2005 lag der Anteil noch bei 37 Prozent.

Bild: APA/THEMENBILD

„Wir sind deutlich besser aufgestellt als vor 20 Jahren. Aber das reicht noch nicht“, erklärt Energiereferent LHStv Josef Geisler. „Wir müssen raus aus der Abhängigkeit von Öl und Gas und die Wertschöpfung im Land behalten.“

Fossile Energieträger rückläufig, Abhängigkeit sinkt

Parallel dazu sinkt der Einsatz fossiler Energieträger kontinuierlich. Der Ölverbrauch ist seit 2005 um ein Drittel gesunken, auch Kohle und Erdgas werden weniger genutzt. Insgesamt liegt der Verbrauch von Öl, Gas und Kohle knapp 20 Prozent unter dem Niveau von 2005.

Trotz dieser Fortschritte bleibt die internationale Lage ein Unsicherheitsfaktor. „Auf der Weltbühne können wir nur begrenzt mitspielen, aber bei der Energieunabhängigkeit hier in Tirol sehr wohl“, so Geisler. Die geopolitische Situation – besonders im Nahen Osten – zeigt, wie verletzlich Abhängigkeiten von Importen machen können.

Erneuerbare Energien sichern Zukunft und Wirtschaft

Die Versorgung aus Wasserkraft, Photovoltaik und Windkraft reduziert nicht nur die Abhängigkeit von Importen, sondern stärkt auch die regionale Wirtschaft und die Krisenfestigkeit des Landes. „Strom entsteht nicht in der Steckdose, sondern durch gezielten Ausbau der heimischen Energiequellen. Wer ‚Ja‘ zur Energieunabhängigkeit sagt, muss auch ‚Ja‘ zum Ausbau der erneuerbaren Energie sagen“, betont Geisler.

Die Wasserkraft bildet seit rund 100 Jahren das Rückgrat der Tiroler Energieversorgung, Photovoltaik und Windkraft gewinnen zunehmend an Bedeutung. Noch im Frühjahr sind weitere Maßnahmen geplant, darunter eine Verordnung für Photovoltaik-Beschleunigungsgebiete.

Auch Energieeffizienz bleibt ein zentraler Baustein: Besonders im Gebäudebereich und in der Mobilität steckt viel Potenzial. Der Anteil von Hybrid- und Elektrofahrzeugen steigt kontinuierlich – bereits jedes fünfte neu zugelassene Auto in Tirol ist elektrisch, in Innsbruck sogar jedes vierte.

„Tirol ist auf dem richtigen Weg, aber noch nicht am Ziel“, schließt Geisler. „Es braucht das gemeinsame Engagement von Politik, Wirtschaft und Bevölkerung. Nur so können wir unabhängiger werden und unsere regionale Wertschöpfung stärken.“

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