Bettenstopp unter Druck? Soziale Mitte kritisiert Walchers Liste

Gefahr einer „Hintertür“ beim Bettenstopp
Der sogenannte „Bettenstopp“ wurde eingeführt, um die touristische Entwicklung Südtirols zu steuern und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, Lebensqualität der Bevölkerung sowie Natur- und Landschaftsschutz zu gewährleisten. Die Soziale Mitte warnt jedoch davor, dass eine zu weit gefasste Ausnahmeregelung diesen Grundsatz unterlaufen könnte.
„Wenn ein großer Teil der Gemeinden der Kategorie ‚strukturschwach‘ zugeordnet wird, entsteht unweigerlich der Eindruck, dass der Bettenstopp über eine Hintertür aufgeweicht werden könnte“, heißt es in der Stellungnahme. Dies gefährde sowohl die Glaubwürdigkeit politischer Entscheidungen als auch die Planungssicherheit für Bevölkerung und Betriebe.
Klare Kriterien und Gesamtstrategie nötig
Die Soziale Mitte fordert eine aktualisierte, nachvollziehbare Liste mit genauen Angaben zu den betroffenen Zonen und den möglichen zusätzlichen Betten. Nur so könnten fundierte Entscheidungen getroffen werden. Zudem dürfe die Verantwortung nicht einseitig auf die Gemeinden abgeschoben werden.
„Es braucht eine klare landesweite Gesamtstrategie, die festlegt, wie viel Erweiterung bzw. neue Tourismuszonen das Land insgesamt in den nächsten Jahren noch verträgt und wo klare Grenzen notwendig sind“, so die Stellungnahme weiter.
Differenzierte, aber konsequente Linie
Entwicklungsmöglichkeiten für strukturschwache Gemeinden seien richtig, so die Soziale Mitte – aber nur auf Basis transparenter Kriterien, aktueller Daten und unter Berücksichtigung der Belastungsgrenzen für Bevölkerung, Infrastruktur und Umwelt.
Vorsitzende Gabi Morandell betont:
„Es ist richtig, strukturschwachen und abwanderungsgefährdeten Gemeinden Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Gleichzeitig müssen die Kriterien klar, nachvollziehbar und für alle gleich angewendet werden. Wenn zu viele Gemeinden als Ausnahme gelten, verliert die Ausnahme ihre Glaubwürdigkeit.“
Südtirol brauche beim Thema Tourismus Verlässlichkeit, Maß und eine langfristige Strategie – nicht Lösungen, die den Eindruck erwecken, Regeln könnten je nach Situation flexibel ausgelegt werden.
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