von lif 20.03.2026 15:23 Uhr

Der Vater von gestern und heute

Am gestrigen 19. März feiern wir unsere Väter. Früher sah er die Kinder nur abends und heute wickelt er Windeln. Daher fragen wir uns: Was hat sich verändert und was nicht?

APA/dpa

Bis 1977 war es Gesetz: Die Hausfrauenehe mit klarer Aufgabenteilung. Der Mann verdient das Geld, die Frau kümmert sich um Kinder und Haushalt. Die Berufstätigkeit einer Ehefrau war nur mit Zustimmung des Ehemannes erlaubt. Väter arbeiteten sechs Tage die Woche. Die Kinder sahen sie meist nur abends und am Wochenende. Starke emotionale Bindungen, wie sie heute zwischen Vätern und Kindern üblich sind, konnten sich meist nur schwerlich entwickeln. Die Rolle des Vaters war damals Familienoberhaupt und Ernährer.

Heute nimmt fast jeder zweite Vater Elterngeld, genau 46 Prozent waren es 2022 in Deutschland. Das ist doppelt so viel wie vor 15 Jahren. Auch bei der Kinderbetreuung hat sich etwas getan: Väter verbringen heute durchschnittlich 79 Minuten pro Tag mit ihren Kindern. 2012 waren es noch 51 Minuten. Das ist ein Anstieg von über 50 Prozent in zehn Jahren.

Was Väter wollen und was sie tun

Eine Bertelsmann-Studie aus dem Jahr 2025 zeigt: 44 Prozent aller Befragten wünschen sich eine gleichmäßige Aufteilung der Elternzeit, sieben Monate für die Mutter und sieben für den Vater. Aber die Realität sieht anders aus. Das traditionelle Modell dominiert weiterhin. Aber warum ist das so? Geld spielt dabei eine Rolle, denn oft verdient der Mann mehr und wenn er länger aussetzt, fehlt dieses Einkommen. Aber es gibt auch noch andere Gründe: Die Unternehmenskultur. Viele Väter befürchten Nachteile im Job, wenn sie länger pausieren.

Und in Südtirol?

Laut INPS-Beobachtungsstelle nehmen 24 von 100 Personen in Elternkarenz Väter. Das ist etwas weniger als in Deutschland. Die ASTAT-Familienstudie aus dem Jahr 2021 zeigt: „Relativ stabil geblieben ist der Anteil jener Familien, in denen auch die Väter Elternzeit in Anspruch nehmen.“ Südtirol versucht, Anreize zu setzen. Väter, die mindestens zwei, höchstens drei Monate Elternzeit nehmen, erhalten einen Zusatzbeitrag zum Landeskindergeld. Je nach Entlohnung sind das zwischen 400 und 800 Euro pro Monat.

Aber auch in Südtirol gilt: Die Hauptlast der Kinderbetreuung liegt bei den Müttern und den Großeltern. Für 64 Prozent der befragten Familien sind die Großeltern die wichtigsten Helfer bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Was bleibt?

Der Vater von heute ist präsenter als der von 1970. Er wickelt Windeln, geht auf den Spielplatz, nimmt Elternzeit. 79 Minuten Kinderbetreuung pro Tag, deutlich mehr als früher. 3,8 Monate Elternzeit, ein Fortschritt. Der Wandel ist da und er geht weiter.

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