von mmh 19.03.2026 11:24 Uhr

Weniger Autos, mehr Bewegung: Tirol fördert Rad- und Fußverkehr

Das Land Tirol setzt weiterhin auf nachhaltige Mobilität und unterstützt verschiedene Initiativen, die mehr Menschen zum Radfahren oder Zufußgehen bewegen sollen. Im Rahmen des Tiroler Mobilitätsprogramms werden Projekte gefördert, die unter anderem vom Klimabündnis Tirol umgesetzt werden. Ziel ist es, Verkehr zu reduzieren, das Bewusstsein für umweltfreundliche Fortbewegung zu stärken und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Das Siegerbike des "Crazy-Bike-Malwettbewerbs" 2025. Im Bild: Wolfgang Haslwanter (Bildungsdirektion Tirol), LRin Cornelia Hagele, LR René Zumtobel und die Gewinnerin Erna Mungenast. (Foto: © Klimabündnis Tirol)

„Mobilität ist ein zentraler Pfeiler der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie und damit wesentlich für unseren Weg zu einem nachhaltigen Lebensraum für alle“, erklärte Klimaschutz- und Mobilitätslandesrat René Zumtobel. Die Projekte sollen dazu beitragen, dass Menschen sicher unterwegs sein können und Gemeinden gezielt beim Ausbau der Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger unterstützt werden. Zu den Maßnahmen zählen etwa der Pedibus für einen sicheren Schulweg, die Initiative „Tirol radelt“ sowie Beratungsangebote für Gemeinden.

Projekte für Schulen, Betriebe und Gemeinden

Das Klimabündnis Tirol richtet seine Angebote gezielt an Schulen, Betriebe und Gemeinden. Laut Geschäftsführer Andrä Stigger seien sie zentrale Akteure, wenn es um nachhaltige Mobilität und Bewusstseinsbildung gehe. Ziel sei eine faire Nutzung des öffentlichen Raums, in dem Fußgänger, Radfahrer und Autos gleichermaßen Platz finden.

Ein wichtiger Bestandteil ist die Europäische Mobilitätswoche, an der im vergangenen Jahr 76 Gemeinden, 22 Bildungseinrichtungen sowie Betriebe und Vereine teilgenommen haben. Die Aktionswoche findet jährlich im Herbst statt und soll das Bewusstsein für umweltfreundliche Mobilität stärken.

Auch die Mitmach-Kampagne „Tirol radelt“ hat sich etabliert. Dabei werden Alltagswege mit dem Fahrrad zurückgelegt und über eine App oder Website erfasst. Im vergangenen Jahr legten mehr als 7.000 Teilnehmer in Tirol über sechs Millionen Kilometer zurück. Die Aktion für das Jahr 2026 startet bereits an diesem Wochenende.

Angebote für Kinder, Erwachsene und Senioren

Für Schulen gewinnt der sogenannte Pedibus zunehmend an Bedeutung. Dabei begleiten Erwachsene vor allem Erstklässler in den ersten Wochen des Schuljahres auf ihrem Weg zur Schule. An festgelegten Haltestellen können sich weitere Kinder anschließen, wodurch sie lernen sollen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen.

Beliebt ist außerdem der Malwettbewerb „Crazy Bike“, an dem jedes Jahr bis zu 1.000 Volksschüler teilnehmen. Das Gewinner-Fantasierad wird anschließend tatsächlich gebaut. Im vergangenen Jahr gewann Erna Mungenast aus Zams mit ihrem „Football-Pflanzen-Bike“. Für ältere Kinder gibt es zudem Workshops in sogenannten Radwerkstätten, in denen einfache Reparaturen am Fahrrad gelernt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Senioren und Migranten. Spezielle Fahrradkurse helfen älteren Menschen beim Umstieg auf ein E-Bike und vermitteln Sicherheit im Straßenverkehr. Gleichzeitig gibt es Kurse für Erwachsene, die das Radfahren von Grund auf erlernen möchten.

Gemeinden spielen Schlüsselrolle

Auch Gemeinden werden aktiv eingebunden. Seit 2018 läuft das Projekt „PRO-BYKE“, das Kommunen bei der Verbesserung der Radinfrastruktur unterstützt – etwa beim Bau von Radwegen, Radfahrstreifen oder Abstellanlagen. Derzeit beteiligen sich 28 Gemeinden in Tirol daran.

Zusätzlich wird der Fußverkehr gestärkt: Das Angebot „PRO-FUSS“, das seit 2024 besteht, soll 2026 in drei Gemeinden kostenlos umgesetzt werden, um die Infrastruktur für Fußgänger zu verbessern.

Nach Einschätzung von Landesrat Zumtobel zeige das wachsende Interesse der vergangenen Jahre, dass immer mehr Menschen bereit seien, aktiv an der Mobilitätswende mitzuwirken. Die Projekte sollen dazu beitragen, den Verkehr zu beruhigen, Schadstoffe und Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren und letztlich die Lebensqualität in Tirols Gemeinden zu erhöhen.

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