Mussolini bleibt Ehrenbürger: Polit-Eklat in Trient sorgt für Empörung

Abstimmung scheitert knapp
Ein breites Bündnis im Gemeinderat hatte sich für die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft ausgesprochen. In der geheimen Abstimmung wurde jedoch die notwendige Mehrheit verfehlt: Statt der erforderlichen 32 Stimmen wurden nur 28 erreicht. Zwei Gemeinderäte enthielten sich, zehn gaben keine Stimme ab.
Scharfe Kritik aus Südtirol
Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, bezeichnete die Entscheidung als „fatales Signal“ und „demokratiepolitische Bankrotterklärung“. Wer sich im Jahr 2026 nicht klar vom Faschismus distanziere, habe nichts aus der Geschichte gelernt, erklärte Knoll.
Er zog auch einen internationalen Vergleich: Wäre eine ähnliche Entscheidung in Deutschland oder Österreich gefallen, hätte dies europaweit für Empörung gesorgt. In Italien hingegen sei ein solches Ergebnis offenbar möglich.
Kritik an politischer Verantwortung
Auch die politischen Hintergründe der Abstimmung werden von der Süd-Tiroler Freiheit kritisch gesehen. Obwohl das Abstimmungsverhalten aufgrund der geheimen Wahl nicht öffentlich ist, sieht Knoll die Verantwortung im italienisch-nationalistischen Lager und nennt dabei insbesondere Fratelli d’Italia.
Zudem kritisierte er die Südtiroler Landesregierung: Während Landeshauptmann Arno Kompatscher öffentlich gegen rechts auftrete, regiere er gleichzeitig mit jener Partei, die in Trient eine Aberkennung verhindert habe.
Forderung nach klarer Abgrenzung
Die Süd-Tiroler Freiheit fordert daher eine klare politische Haltung und konkrete Schritte. Dazu zählt unter anderem die Beendigung der Koalition mit Fratelli d’Italia sowie eine stärkere Abgrenzung von faschistischen Begriffen und Symbolen. Besonders mit Blick auf die Geschichte Südtirols dürfe es keine Toleranz gegenüber faschistischen Einflüssen geben.






