Neue Frauenquote beschlossen: Mehr Frauen in Aufsichtsräten geplant

Neue Quote soll Frauenanteil deutlich erhöhen
SPÖ-Justizsprecherin Selma Yildirim begrüßt den Beschluss: Es handle sich um einen wichtigen Schritt, um die Unterrepräsentation von Frauen in Spitzenpositionen zu bekämpfen.
Derzeit sei die Situation in Österreich laut Yildirim deutlich unausgeglichen: Zu Jahresbeginn gab es in börsennotierten Unternehmen keine einzige Frau als CEO. Auch in den Vorständen liegt der Frauenanteil nur bei rund 14 Prozent, konkret 26 von 188 Positionen.
Künftig soll eine Quote von 40 Prozent gelten. Damit wird die bestehende Regelung, die derzeit bei 30 Prozent liegt, deutlich angehoben. Ziel der Richtlinie ist eine ausgewogene Vertretung von Frauen und Männern in Aufsichtsräten.
„Leerer Stuhl“ bei Verstößen gegen Quote
Ein zentraler Punkt der neuen Regelung ist die sogenannte „Leerer-Stuhl-Regel“. Das bedeutet: Wird die Quote nicht eingehalten, sind entsprechende Besetzungen ungültig. Die vorgesehenen Plätze für das unterrepräsentierte Geschlecht bleiben in diesem Fall unbesetzt.
Zusätzlich erhalten Aufsichtsräte die Möglichkeit, eigene Zielvorgaben für eine ausgewogene Besetzung auch in den Vorständen festzulegen.
Yildirim betont, dass es weiterhin notwendig sei, konsequent an einer fairen Verteilung von Frauen und Männern in Führungspositionen zu arbeiten. Der Beschluss im Justizausschuss sei dabei ein wichtiger Schritt.
Umsetzung ab 2026 geplant
Die neuen Regelungen sollen ab dem 30. Juni 2026 gelten. Anwendung finden sie bei Wahlen und Entsendungen in Aufsichtsräte, die nach dem 31. Dezember 2026 erfolgen.
Der Beschluss des Justizausschusses soll noch im März im Nationalrat behandelt werden.
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