von ih 16.03.2026 09:16 Uhr

Explodierende Treibstoffpreise setzen Handwerk unter Druck

Die stark gestiegenen Diesel- und Benzinpreise bereiten dem Handwerk zunehmend Sorgen. Der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh) schlägt angesichts der aktuellen Entwicklungen Alarm und fordert rasches politisches Handeln, um die Betriebe zu entlasten.

Foto: © Rainer Sturm / pixelio.de

Hintergrund sind die zuletzt deutlich gestiegenen Energiepreise, die unter anderem auf die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zurückgeführt werden. Laut aktuellen Erhebungen liegt der durchschnittliche Dieselpreis derzeit bei rund 1,97 Euro pro Liter. Damit ist er innerhalb weniger Wochen um etwa 14 Prozent gestiegen.

Für viele Handwerksbetriebe sind steigende Treibstoffkosten ein unmittelbares wirtschaftliches Problem. Transporte, Baustellenlogistik, Servicefahrten und Wartungsarbeiten sind stark von Fahrzeugen abhängig. Besonders betroffen sind daher Branchen wie Warentransport, Personentransport, Baugewerbe, Installationsbetriebe und Wartungsdienste.

„Regierung muss vorhandenen Spielräume nutzen“

Erschwerend kommt laut lvh die hohe steuerliche Belastung von Treibstoffen in Italien hinzu. Eine Studie des Verbandes Confartigianato zeigt, dass Italien innerhalb der Europäischen Union die höchste Verbrauchsteuer auf Diesel erhebt. Gleichzeitig zahlen kleine und mittlere Unternehmen im Land deutlich höhere Strompreise als im EU-Durchschnitt.

Diese Kombination aus steigenden Marktpreisen und hohen Steuern stellt viele Betriebe vor große Herausforderungen. „Wenn zu den internationalen Preisschwankungen noch eine überdurchschnittliche Steuerlast hinzukommt, geraten viele Betriebe schnell an ihre wirtschaftlichen Grenzen“, warnt lvh-Präsident Martin Haller.

Neben den unmittelbaren Mehrkosten sieht der Verband auch langfristige Risiken für die Wirtschaft. Höhere Energie- und Treibstoffpreise könnten Investitionen bremsen und die Planungssicherheit vieler Betriebe beeinträchtigen. Studien zufolge könnten die steigenden Energiepreise italienische Unternehmen bereits in diesem Jahr mit zusätzlichen Kosten von rund zehn Milliarden Euro belasten.

Der lvh richtet deshalb einen klaren Appell an die Regierung. Sie solle prüfen, welche politischen Handlungsspielräume bestehen, um die Auswirkungen der steigenden Energie- und Treibstoffpreise auf Unternehmen abzufedern. „Die Regierung muss die vorhandenen Spielräume nutzen, um die Belastungen für die Betriebe zu reduzieren“, betont lvh-Direktor Walter Pöhl.

Mögliche Folgen stehen bevor

Für den Verband steht fest: Energiepreise entwickeln sich zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für kleine und mittlere Unternehmen.

Ohne gezielte Gegenmaßnahmen drohe eine weitere Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit – mit möglichen Folgen für Investitionen, Arbeitsplätze und die lokale Wirtschaft.

„Das Handwerk ist das Rückgrat der lokalen Wirtschaft. Wenn Treibstoff- und Energiekosten dauerhaft aus dem Ruder laufen, trifft das nicht nur einzelne Branchen, sondern das gesamte wirtschaftliche Gefüge“, so Haller.

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