Der gefährlichste Tag im Jahr

An Heiligabend erleiden 37 Prozent mehr Menschen einen Herzinfarkt als an normalen Tagen. Das zeigt eine schwedische Studie des Karolinska Instituts, die über 283.000 Klinikeinweisungen ausgewertet hat. In Schweden wurden an Heiligabend im Schnitt 69 Personen mit einem Herzinfarkt eingeliefert. An normalen Tagen sind es 50. Die gefährlichste Zeit ist 22 Uhr. Normalerweise passieren die meisten Herzinfarkte morgens um 8 Uhr. Aber Han eiligabend ist anders. Stress, üppiges Essen, Alkohol, emotionale Spannungen, alles kommt zusammen. Besonders gefährdet sind Menschen über 75 Jahre und Diabetiker.
Auch Neujahr ist riskant. An diesem Tag steigt das Herzinfarktrisiko um 20 Prozent. Die DAK-Gesundheit meldete zwischen 2009 und 2012 an Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag jeweils 40 Klinikeinweisungen pro Tag wegen Herzinfarkt. Normalerweise sind es 30. Mehr als 60 Prozent der Betroffenen sind Männer.
Silvester: 1.000 Autos in Flammen
Silvester ist der gefährlichste Tag für Autofahrer. Jedes Jahr brennen laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rund 1.000 kaskoversicherte Autos. Das sind so viele wie sonst in einem ganzen Monat. Fehlgeleitete Raketen, herabfallende Reste, brennendes Papier. Die Silvesternacht 2022/23 war mit mehr als brennenden 1.600 Autos besonders schlimm.
An Neujahr zählte die Polizei in den zehn Jahren vor der Pandemie im Schnitt 251 Alkoholunfälle mit Personenschaden. 2021, mit pandemiebedingten Einschränkungen, waren es noch 149.
In Berlin wurden in der Silvesternacht 2024/25 rund 400 Personen festgenommen. 30 Polizisten wurden verletzt, die meisten durch Pyrotechnik. In ganz Deutschland starben mindestens fünf Menschen durch Feuerwerkskörper. Die meisten durch selbstgebaute Böller.
15.000 Brände zu Weihnachten
Rund 15.000 Mal brennt es Jahr für Jahr zur Weihnachtszeit in deutschen Wohnungen. Das sagt die Statistik des Deutschen Feuerwehrverbands. Der GDV registrierte 2023 rund 6.000 zusätzliche Feuerschäden im Dezember. Schaden: 27 Millionen Euro. Häufigste Ursache? Brennende Adventskränze und Weihnachtsbäume. Oft aus Unachtsamkeit. Ein trockener Weihnachtsbaum brennt wie Zunder. Die Versicherer verzeichnen im Dezember 40 bis 50 Prozent mehr Brandschäden als in anderen Monaten.
Auch Leiterstürze beim Baumschmücken gehören zur Weihnachtszeit. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zählt jährlich mehr als drei Millionen Unfälle zu Hause. Viele davon im Dezember.
Montag morgens, 8 Uhr
Es gibt noch einen gefährlichen Tag: Montag. Laut der schwedischen Studie ereignen sich montags mehr Herzinfarkte als an anderen Wochentagen. Das absolut höchste Risiko besteht am Montag der 52. Kalenderwoche um 8 Uhr morgens. Dann, wenn die meisten Menschen nach dem Weihnachtsstress wieder zur Arbeit müssen. Auch bei Verkehrsunfällen ist der Dezember kritisch. In der Adventszeit liegt die Zahl der Blechschäden laut Versicherungsstatistiken 14 Prozent über dem Durchschnitt. Dunkelheit, Regen, Reifglätte, nasses Laub. Erst nach Weihnachten, ab Januar, sinken die Unfallzahlen wieder.
Die Rechnung
Heiligabend, 22 Uhr: +37 Prozent Herzinfarkte. Silvester: 1.000 brennende Autos. Dezember: 15.000 Brände. Und der gefährlichste Moment des ganzen Jahres? Montag, 52. Kalenderwoche, 8 Uhr morgens. Dann, wenn Weihnachtsstress und Arbeitsbeginn aufeinandertreffen.






