von lif 13.03.2026 09:23 Uhr

80.000 Stunden

Jeden Morgen klingelt der Wecker, jeden Abend Feierabend. 40 Jahre lang. Das ist ein Arbeitsleben.

APA (KEYSTONE)

In Deutschland arbeitet ein Vollzeitbeschäftigter im Durchschnitt 40 Jahre. Das klingt abstrakt aber was bedeutet das konkret? Laut dem Roman Herzog Institut kommen deutsche Arbeitnehmer auf etwa 52.660 Arbeitsstunden in ihrem Leben. Andere Berechnungen, die mit 1.500 Stunden pro Jahr rechnen, kommen sogar auf 60.000 Stunden. Das sind umgerechnet fast sieben komplette Jahre, Tag und Nacht durchgearbeitet. Zum Vergleich: In Malta, dem europäischen Spitzenreiter, sind es 72.265 Stunden. In Deutschland rangiert man eher im unteren Mittelfeld. Der Grund dafür sind viele Teilzeitbeschäftigte, großzügigere Urlaubsregelungen und weniger Wochenstunden als in anderen Ländern.

Doch mit dem Feierabend ist die Arbeit nicht vorbei. Denn da ist noch der Arbeitsweg. Laut einer Studie der Allianz Direct pendeln Deutsche durchschnittlich 28,3 Minuten pro Strecke, also 56,6 Minuten am Tag. Bei 220 Arbeitstagen im Jahr macht das 207 Stunden und in 40 Jahren 8.280 Stunden. Das sind 345 Tage. Fast ein ganzes Jahr verbringt man also nur damit, zur Arbeit zu fahren und wieder nach Hause. Die Pendelstrecke ist dabei im Schnitt 17,2 Kilometer lang. Hin und zurück also 34,4 Kilometer täglich. Hochgerechnet auf 40 Jahre legt man 302.720 Kilometer zurück.

Zwei Millionen Euro oder weniger

Und was bleibt am Ende? In Deutschland liegt das durchschnittliche Lebenseinkommen laut Gehalt.de bei 2,05 Millionen Euro brutto. Klingt nach viel aber es gibt massive Unterschiede.

Männer verdienen im Schnitt 2,4 Millionen Euro, Frauen 1,7 Millionen. Wer einen Masterabschluss hat, kommt auf 2,6 Millionen Euro. Mit Bachelor sind es 2,3 Millionen. Führungskräfte erreichen 3,9 Millionen Euro, einfache Fachkräfte nur 1,9 Millionen. Auch die Branche zählt: In der Automobilindustrie verdient man über das Leben verteilt etwa 3 Millionen Euro. In der IT sind es 2,9 Millionen. Im Hotel- und Gastgewerbe? Gerade mal 1,3 Millionen Euro.

Und in Südtirol?

In Südtirol liegt das durchschnittliche Gesamteinkommen laut dem Arbeitsförderungsinstitut AFI bei 27.230 Euro pro Jahr. Ein 40-jähriger Vollzeitbeschäftigter verdient im Schnitt 1.800 Euro netto im Monat. Über 40 Jahre gerechnet, bei 13 Gehältern, wären das etwa 936.000 Euro netto, deutlich weniger als in Deutschland, aber dafür in einer Region, die im italienweiten Vergleich auf Platz zwei liegt. Berufseinsteiger in Südtirol starten mit rund 1.400 Euro netto. Bei einem Brutto-Jahresgehalt von durchschnittlich 34.804 Euro, so eine Studie des Job-Pricing-Observatoriums,  kommt man auf ein Lebenseinkommen von etwa 1,4 Millionen Euro brutto. Allerdings relativieren die hohen Lebenshaltungskosten diese Zahlen, wie die Gewerkschaften betonen.

Was bleibt?

80.000 Stunden Arbeit. Ein Jahr im Stau. Zwei Millionen Euro, wenn man Glück hat. 17.600 Tassen Kaffee. Und am Ende? Ein Rentenbescheid und die Frage: Hat es sich gelohnt?

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