von ih 12.03.2026 13:57 Uhr

Franz Locher fordert mehr einheimisches Holz für Fernheizwerke

Südtirol gilt europaweit als Vorreiter bei der Nutzung von Biomasse zur Energiegewinnung. Derzeit sind im Land 78 Fernheizwerke in Betrieb, die einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energie- und Klimastrategie leisten. Der SVP-Landtagsabgeordnete Franz Locher spricht sich nun dafür aus, diesen Weg weiter auszubauen – und dabei künftig ausschließlich auf Holz aus Südtirol zu setzen.

Foto: SVP

Bereits heute werden laut Locher mehr als 17.000 Gebäude im Land über Fernwärme mit erneuerbarer Energie versorgt. Dadurch würden jährlich rund 350.000 Tonnen CO₂ eingespart. Für den Betrieb der Anlagen werden derzeit etwa 700.000 bis 800.000 Kubikmeter Hackschnitzel und Sägewerksnebenprodukte energetisch genutzt. Nach Einschätzung Lochers könnte diese Menge jedoch deutlich gesteigert werden, ohne den Südtiroler Wald zu gefährden.

„Das Ziel muss ein sukzessiver Ausbau der Verwendung von einheimischem Holz sein“, betont der Landtagsabgeordnete. Langfristig solle die Versorgung der Fernheizwerke vollständig mit Holz aus Südtirol erfolgen.

Locher verweist auch auf die hohe Krisensicherheit der Fernwärme. Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern seien die Preise für Biomasse weniger anfällig für geopolitische Entwicklungen. Während der Energiekrise im Jahr 2022 hätten sich diese Vorteile bereits gezeigt. Angesichts neuer Spannungen auf den Energiemärkten – etwa durch die aktuelle Iran-Krise – sei es daher sinnvoll, verstärkt auf heimische Ressourcen zu setzen.

Trotz der positiven Entwicklung der vergangenen Jahre wird derzeit ein Teil der Biomasse noch aus Nachbarregionen oder dem Ausland importiert. Gleichzeitig wachsen in Südtirols Wäldern jährlich rund zwei Millionen Kubikmeter Holz nach. Für Locher liegt darin ein bislang nicht vollständig genutztes Potenzial. Eine stärkere Nutzung des heimischen Rohstoffs würde seiner Ansicht nach nicht nur die regionale Wertschöpfung stärken, sondern auch zur nachhaltigen Pflege und Verjüngung der Wälder beitragen.

Mit einem Beschlussantrag im Landtag fordert der SVP-Politiker deshalb konkrete Schritte. Die Landesregierung soll eine umfassende Studie zu den Fernheizwerken in Südtirol in Auftrag geben. Diese soll detailliert erfassen, wie viel Heizmaterial von landwirtschaftlichen Betrieben geliefert wird, welcher Anteil aus Sägewerken stammt und wie viel Biomasse derzeit aus anderen Regionen importiert wird.

Auf dieser Grundlage sollen bestehende Versorgungs- und Wirtschaftskreisläufe analysiert und optimiert werden. Ziel sei es, Fernwärme in Südtirol langfristig immer stärker aus heimischem Brennmaterial zu gewinnen.

„Ich bin überzeugt, dass auch eine Versorgung mit 100 Prozent Holz aus Südtirol möglich ist“, sagt Locher. Die Studie soll dafür konkrete Vorschläge erarbeiten.

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