Südtiroler Landtag spricht sich für späteren Schulbeginn aus

Der Antrag sieht vor, Modelle zu testen, bei denen der Unterricht erst nach 8 Uhr beginnt und gleichzeitig gleitende Ein- und Austrittszeiten eingeführt werden. Hintergrund sind wissenschaftliche Erkenntnisse, wonach Jugendliche in den Morgenstunden mehr Schlaf benötigen.
Frühe Schulbeginnzeiten können laut Studien Konzentration, Stimmung und Lernerfolg beeinträchtigen. Während in vielen europäischen Ländern der Unterricht später startet, beginnt er in Südtirol häufig bereits vor 8 Uhr.
Mit den Pilotprojekten sollen mögliche organisatorische Modelle erprobt und deren Auswirkungen untersucht werden. Dabei geht es unter anderem um Fragen des Schülertransports, der Betreuung am Nachmittag, der Nachmittagsangebote sowie um den Einfluss auf den Familienalltag.
In der Debatte im Landtag, die von Abgeordneten der Opposition wie auch der Mehrheit als sachlich und konstruktiv beschrieben wurde, wurden sowohl Chancen als auch Herausforderungen thematisiert. Mehrere Abgeordnete wiesen auf mögliche organisatorische Schwierigkeiten hin, etwa beim Schülertransport oder bei Familien mit mehreren Kindern. Gleichzeitig wurde betont, dass ein späterer Schulbeginn nur im Rahmen eines umfassenden Gesamtkonzepts umgesetzt werden könne.
Entscheidung bleibt bei Schulen
Die Südtiroler Landesregierung erklärte ihre grundsätzliche Zustimmung zum Vorhaben. In der gemeinsam abgeänderten Fassung des Antrags wird festgehalten, dass die Entscheidung über die genaue Uhrzeit des Schulbeginns weiterhin bei den autonomen Schulen liegt.
Das Land will jedoch Pilotprojekte unterstützen, die einen späteren Beginn in Verbindung mit flexiblen Zeiten beim Schulstart und -ende vorsehen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht zu beeinträchtigen. Die Ergebnisse dieser Projekte sollen anschließend ausgewertet und als Grundlage für mögliche weitere Schritte dienen.
Antragsteller Thomas Widmann sieht darin einen wichtigen ersten Schritt. Pilotprojekte seien der richtige Weg, um neue Ideen zu erproben, Erfahrungen zu sammeln und auf dieser Basis über mögliche Änderungen zu entscheiden. Ziel sei es, die Schule stärker an den Bedürfnissen junger Menschen auszurichten und ihre Lernbedingungen zu verbessern.
Kein Experiment
Ein späterer Unterrichtsbeginn sei dabei kein Experiment, sondern eine Investition in Konzentration, Gesundheit und Bildungschancen, betonte Thomas Widmann.
Nun gelte es, gemeinsam Modelle zu entwickeln, die den Gegebenheiten des Landes gerecht werden und gleichzeitig den Alltag von Familien erleichtern.






