Pflegeeinstufung in Südtirol: Mehrheit blockiert Vorschläge zur Verkürzung der Wartezeiten

„Das Anliegen der 4.183 Unterzeichner der Petition wird damit ignoriert“, sagt Rieder. Ihre Vorschläge, darunter eine automatische Auszahlung des Pflegegeldes von Amts wegen, wurden abgelehnt. Einen klaren Fahrplan zur Verkürzung der Wartezeiten blieb Landesrätin Pamer den Betroffenen schuldig.
Pflege zu Hause: eine enorme Belastung
„Die Pflege eines Angehörigen zu Hause gehört wohl zu den größten Belastungen, die ein Mensch im Leben tragen kann“, betonte Rieder. Neben emotionalen und psychischen Herausforderungen stehen viele Familien auch vor finanziellen und physischen Belastungen. Die Bürokratie verschärft die Situation: Über 15.000 Menschen in Südtirol sind pflegebedürftig, mehr als 70 Prozent werden zu Hause betreut.
Die Zahlen zeigen einen wachsenden Handlungsbedarf: 2025 wurden 7.421 Ansuchen zur Pflegeeinstufung gestellt, 3.374 davon blieben bis Jahresende unbearbeitet. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Einstufungsteams von 20 im Jahr 2020 auf derzeit 17 reduziert.
Betroffene Familien brauchen sofortige Hilfe
„Wer auf eine Einstufung wartet, steht oft vor enormen finanziellen Herausforderungen“, erklärt Rieder. Pflegeleistungen müssen vorfinanziert werden, Angehörige reduzieren ihre Arbeitszeit oder geben sie auf – und das sofort. Besonders betroffen sind Familien mit Demenzkranken oder schwer erkrankten Angehörigen, deren Zustand sich schnell verändert, während die Einstufung oft monatelang auf sich warten lässt.
„Das Pflegegeld ist eine wichtige, sozialpolitische Leistung. Es muss zeitnah bei den Menschen ankommen. Versprechen schaffen Erwartungen – und diese müssen erfüllt werden“, betont Rieder. Sie kündigte an, das Thema weiterhin mit Nachdruck zu verfolgen.






