von ih 10.03.2026 07:33 Uhr

Südtiroler Sky-Nutzer fühlen sich benachteiligt

In den vergangenen Tagen haben sich mehrere verärgerte Sky-Kunden aus Südtirol bei UT24 gemeldet. Der Grund: Plötzlich konnten sie keine Spiele der UEFA Champions League mehr sehen – zumindest nicht mehr über die deutschsprachigen Sender, die sie bislang gewohnt waren.

Symbolbild

Mehrere Betroffene berichteten UT24, dass die Übertragungen ohne Vorwarnung verschwunden seien. Auf Nachfrage beim Kundenservice sei ihnen erklärt worden, dass dies mit sogenanntem „Geotagging“ beziehungsweise mit lizenzrechtlichen Einschränkungen zusammenhänge.

Für zahlreiche Zuschauer ist dies jedoch nur das jüngste Beispiel für ein Problem, mit dem deutschsprachige Südtiroler seit Jahren konfrontiert sind: eingeschränkter Zugang zu Programmen in ihrer Muttersprache.

Champions League nicht mehr verfügbar

Besonders deutlich wurde das Problem vor etwa zwei Wochen bei der Übertragung der UEFA Champions League. Mehrere Kunden berichteten, dass Spiele plötzlich nicht mehr über die gewohnten deutschsprachigen Kanäle abrufbar waren. Stattdessen blieb lediglich das italienische Angebot übrig – sofern das jeweilige Spiel dort überhaupt übertragen wurde.

Viele Zuschauer fühlen sich dadurch benachteiligt. „Man bezahlt das gleiche Abo, bekommt aber nur die halben Inhalte“, klagt ein Sky-Kunde aus Südtirol. Besonders ärgerlich sei es für jene, die bewusst deutschsprachige Kommentatoren bevorzugen oder das italienische Angebot sprachlich nur eingeschränkt nutzen können.

Sky Südtirol verweist auf Lizenzrechte

Auf Anfrage von UT24 erklärte der Sky-Kundenservice für Südtirol, dass die Einstellung der Champions-League-Übertragungen in Südtirol ausschließlich auf lizenzrechtliche Vorgaben zurückzuführen sei.

Da die österreichischen Rechteinhaber keine Sendelizenzen für Südtirol besitzen, dürften entsprechende Inhalte hier nicht ausgestrahlt werden. Solche Änderungen könnten auftreten, wenn bestehende Rechte auslaufen und neu vergeben werden – ein Vorgang, der gerade im Sportbereich häufig vorkomme.

Der Kundenservice betont zudem, dass die Vergabe der Sportrechte international stark umkämpft sei und die Rechte jeweils getrennt für einzelne Länder vergeben würden.

Dauerproblem für deutschsprachige Zuschauer

Für viele Südtiroler ist die aktuelle Situation jedoch kein Einzelfall. Immer wieder kommt es vor, dass Inhalte aus Deutschland oder Österreich plötzlich nicht mehr verfügbar sind, weil Südtirol lizenzrechtlich dem italienischen Markt zugeordnet wird.

Das führt regelmäßig dazu, dass deutschsprachige Zuschauer nur eingeschränkten Zugang zu Programmen in ihrer Muttersprache haben. Besonders deutlich zeigt sich das bei Sportübertragungen, aber auch bei Serien, Filmen oder Live-Events.

Während Zuschauer in Deutschland oder Österreich problemlos auf ein breites Angebot in ihrer Sprache zugreifen können, bleibt Südtirolern oft nur die italienische Version – obwohl Deutsch in Südtirol offizielle Amtssprache ist.

„Besondere Betreuung“ seit über 30 Jahren

Sky Südtirol betont in seiner Stellungnahme gegenüber UT24, dass Kunden in Südtirol seit mehr als drei Jahrzehnten von einer „besonderen Betreuung“ profitieren würden. Über das Sky-Angebot sei weiterhin ein großer Teil der deutschsprachigen Inhalte verfügbar, wie sie auch in Österreich und Deutschland gezeigt werden.

Nach Angaben des Unternehmens sei dieses Angebot in den vergangenen Jahren sogar erweitert worden. Man wolle sich auch künftig dafür einsetzen, dass Südtiroler Kunden weiterhin möglichst umfassenden Zugang zu deutschsprachigen Programmen erhalten – soweit dies lizenzrechtlich möglich sei.

Forderung nach langfristiger Lösung

Für viele Zuschauer bleibt dennoch ein bitterer Beigeschmack. Immer wieder verschwinden Inhalte aufgrund internationaler Rechtevergaben oder bestimmter Sperren. Für ein Land wie Südtirol bedeutet das, dass ein großer Teil der Bevölkerung regelmäßig auf Inhalte in der eigenen Sprache verzichten muss.

Solange sich daran nichts ändert, dürfte das Problem weiterhin regelmäßig auftreten – und die Unzufriedenheit vieler deutschsprachiger Fernsehzuschauer im Land weiter wachsen.

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