von mmh 09.03.2026 07:38 Uhr

Kritik nach Rodung in Brixen: Umweltschützer sprechen von „Barbarei“

Die Rodung eines Auwaldes in der Industriezone von Brixen sorgt für heftige Kritik. Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz verurteilt die Aktion scharf und spricht von einem massiven Eingriff in die Natur.

Symbolbild von lefteye81 auf Pixabay

Wie der Dachverband mitteilt, wurden am vergangenen Freitag um 6.00 Uhr früh rund 7000 Quadratmeter Auwald gerodet. Die Arbeiten seien in einer „Nacht- und Nebelaktion“ erfolgt.

Durch die Rodung seien vollendete Tatsachen geschaffen worden. Rechtlich sei diese Vorgehensweise laut Dachverband absolut unkorrekt, da die Rekursfristen gegen die positiven Beschlüsse der Landesregierung noch nicht abgelaufen seien. Zudem sei die Rodung außerhalb der zulässigen Rodungsperiode erfolgt, die dem Schutz nistender Vögel, Fledermäuse und Reptilien dient.

Kritik an Firma Progress

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz verurteilt das Vorgehen scharf. „Es erscheint wie ein hinterhältiges, wiederkehrendes, trauriges Muster“, sagt Vorsitzende Elisabeth Ladinser. Sie erinnert daran, dass auch die Bäume in Bozen vor dem alten Spital, jene in Sexten in der Stiergarten-Signaue sowie die Kasernen in Schlanders in ähnlichen Nacht- und Nebelaktionen gerodet worden seien, um bei zweifelhaften Vorhaben vollendete Tatsachen zu schaffen.

Die Umwidmung des Auwaldes in eine Gewerbezone zugunsten der Firma Progress war laut Dachverband auch innerhalb der Organisation umstritten. Die Meinungen der Mitgliedsorganisationen seien nicht deckungsgleich gewesen. Sowohl die Position der Biologen für den Erhalt des Auwaldes als auch jene für eine Erweiterung der Millander Au hätten ihre Berechtigung.

Nach intensiven Diskussionen habe sich der Vorstand des Dachverbandes schließlich entschlossen, den Kompromiss eines Flächentausches ausnahmsweise zu akzeptieren. Ziel sei gewesen, durch neue und größere renaturierte Flächen langfristig eine Erweiterung der Millander Au zu ermöglichen.

„Genau das Gegenteil ist durch diese Rodung passiert“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende Peter Gasser. „Die Missachtung des Fällungsverbotes kommt einer regelrechten Barbarei gleich.“ Die Firma Progress verliere dadurch an Glaubwürdigkeit, und die ursprüngliche Idee von Ausgleichsflächen drohe in Greenwashing umzuschlagen.

Auch Vorsitzende Elisabeth Ladinser zeigt sich enttäuscht: „Dieses Verhalten kommt einem Vertrauensbruch gleich und ist für den Dachverband eine herbe Enttäuschung.“

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