Weltfrauentag: Die Stimmen aus Politik und Gesellschaft

Handelskammer: Frauenunternehmen wachsen weiter
Die Zahl der Frauenunternehmen in Südtirol ist 2025 um 1,4 Prozent gewachsen. Ende 2025 waren 11.502 Frauenunternehmen im Handelsregister eingetragen – 18,4 Prozent aller Unternehmen. Allerdings sind Frauen in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert: Nur jede fünfte Person in den Gremien von Kapitalgesellschaften ist eine Frau.
„Die Handelskammer unterstützt eine Reihe von Maßnahmen für Frauen in der Wirtschaft“, erklärt Präsident Michl Ebner. Dazu gehören Mentoring-Programme und Weiterbildungsangebote.
Süd-Tiroler Freiheit: Erziehungs- und Pflegezeiten anerkennen
Landtagsabgeordnete Myriam Atz fordert eine beitragswirksame Anerkennung von Erziehungs- und Pflegezeiten im Rentensystem. „Frauen leisten tagtäglich Großes, nicht nur im Beruf, sondern vor allem auch in der Familie“, so Atz.
Frauen in Südtirol erhalten im Alter im Schnitt deutlich weniger Rente als Männer. Hauptursachen sind Teilzeitarbeit, Erwerbsunterbrechungen und unbezahlte Familienarbeit.
Land Tirol: Frauenanteil in Führung vervierfacht
Der Frauenanteil in Führungspositionen der Tiroler Landesverwaltung ist seit 2003 von neun auf 36 Prozent gestiegen. „Gleichstellung ist kein Selbstläufer, es braucht eine klare Haltung für Gleichstellung und Vielfalt“, betont Frauenlandesrätin Eva Pawlata.
Am 27. April findet die Enquete Frauen und Gleichstellung statt. Thema: Wie stark prägen Rollenbilder noch die Arbeitswelt?
NEOS Tirol: Karenz für Bürgermeisterinnen
Die Tiroler NEOS fordern ein Karenzmodell für Bürgermeisterinnen. In Tirol gibt es derzeit nur21 Bürgermeisterinnen bei 277 Gemeinden, was nicht einmal acht Prozent sind.Â
„In Niederösterreich gibt es bereits eine gesetzliche Regelung. Dort kann man als Gemeindeoberhaupt bis zu einem Jahr bei 50 Prozent der Bezüge in Karenz gehen. In Tirol bekommt man nichts mehr bezahlt“, kritisieren Birgit Obermüller und Susanna Riedlsperger.
Landesbeirat: 80 Jahre Frauenwahlrecht
Der Landesbeirat für Chancengleichheit erinnert: 2026 jährt sich das Frauenwahlrecht in Italien zum 80. Mal. 1946 konnten Frauen erstmals zur Urne schreiten. Der Beirat warnt jedoch: In zahlreichen Staaten wurden lang erkämpfte Frauenrechte wieder rückgängig gemacht. „Umso wichtiger ist es, die Rechte zu halten und auszubauen“, so der Beirat.
Wirtschaftsverband hds: Gleichstellung ist Standortpolitik
„Wenn Frauen ihr Potenzial nicht im selben Ausmaß entfalten können, verzichtet unser Wirtschaftsstandort freiwillig auf Können, Erfahrung und Zukunftskraft“, sagen hds-Präsident Philipp Moser und Direktorin Sabine Mayr.
Der Verband fordert bessere Kinderbetreuung, transparente Karrierewege und planbare Arbeitszeiten.
SVP: Ungerechtigkeiten beseitigen
SVP-Landesfrauenreferentin Renate Gebhard macht darauf aufmerksam, dass Frauen oftmals einen hohen Preis dafür zahlen, dass die Gesellschaft funktioniert. „Vielfach fangen Frauen auf, dass Arbeitskräfte fehlen, verzichten auf Aufstiegschancen und tragen die Hauptlast sinkender Rentenbeiträge“, so Gebhard.
Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg ergänzt: „Weltweit sind Frauenrechte noch immer keine Selbstverständlichkeit. Der internationale Tag der Frau erinnert uns daran, dass Gleichberechtigung ein globaler Auftrag ist.“
SPÖ-Frauen Tirol: Lohntransparenz jetzt
Die SPÖ-Frauen Tirol fordern volle Lohntransparenz. „Wir wollen, dass jede Frau in Sicherheit und finanziell unabhängig leben kann“, sagt Selma Yildirim. Außerdem fordert die SPÖ mehr Väterbeteiligung: „Aktuell geht nur ein Prozent der Väter in Österreich länger als ein halbes Jahr in Karenz. 80 Prozent der unbezahlten Sorgearbeit leisten in Tirol Frauen.“
Grüne: Menopause enttabuisieren
Die Grünen Abgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler bringen das Thema Menopause in den Landtag. „Die Menopause wird bis heute wenig thematisiert und oft bagatellisiert, besonders in der Arbeitswelt“, so Foppa.
Der Antrag fordert unter anderem eine Studie zur Situation von Frauen in der Menopause in Südtirol und eine Anlaufstelle im öffentlichen Gesundheitssystem.
Johanniter: Frauenherzen ticken anders
Die Johanniter rücken die Herzgesundheit von Frauen in den Fokus. Herz-Kreislauf-Erkrankungen bilden bei Frauen in Österreich mit 35,7 Prozent die häufigste Todesursache, bei Männern sind es 32,9 Prozent.
„Frauen mit akutem Koronarsyndrom zeigen häufig andere, weniger typische Symptome und kommen im Durchschnitt später ins Krankenhaus als Männer“, erklärt Kardiologin Jolanta M. Siller-Matula.
Katholischer Familienverband: Frauen prägen Ehrenamt
Der Katholische Familienverband Südtirol dankt den Frauen für ihre Arbeit im Ehrenamt. „Unsere engagierten Ehrenamtlichen leisten tagtäglich wertvolle Care- und Gemeinschaftsarbeit für Familien und die Gesellschaft“, betont Präsidentin Sieglinde Aberham.
SVP-Frauen: Primelaktion für Krebsforschung
Rund um den 8. März organisieren die SVP-Frauen wieder ihre traditionelle Primelaktion. An 138 Ständen werden Primeln und Kräuter verkauft, der Erlös kommt einer Studie in den Brustkrebszentren der Krankenhäuser Brixen, Meran, Bruneck und Bozen zugute.
Seit 2000 konnten insgesamt 887.131,01 Euro für Forschungszwecke bereitgestellt werden.
Freiheitlichen: Sicherheit hat oberste Priorität
Die Freiheitlichen fordern eine entschlossene Politik für Sicherheit, faire Arbeitsbedingungen und bessere Rahmenbedingungen für Frauen. „Frauenpolitik darf nicht auf einen einzigen Tag im Jahr reduziert werden“, betonen sie. Besonders besorgniserregend sei die steigende Zahl von Gewaltverbrechen gegen Frauen. „Frauen müssen sich jederzeit und überall sicher fühlen können. Sicherheit ist ein Grundrecht und nicht verhandelbar“, so Obmann Roland Stauder.
Die Freiheitlichen fordern eine konsequente Strafverfolgung bei Gewalt- und Sexualdelikten sowie klare Konsequenzen für Täter. Frauenfeindliche Einstellungen, auch aus anderen Kulturkreisen, hätten in der Gesellschaft keinen Platz.
Bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehen die Freiheitlichen großen Handlungsbedarf. Viele klassische Frauenberufe seien strukturell unterbewertet und schlechter bezahlt. „Wer über Jahre hinweg familiäre Verantwortung übernimmt und deshalb weniger verdient, darf im Alter nicht benachteiligt werden“, warnen sie vor wachsender Altersarmut bei Frauen.






