Teilzeitfalle nach Mutterschaft: Viele Frauen kehren schlechter gestellt zurück

„Frauen sind ein unverzichtbares Potenzial für unseren Arbeitsmarkt. Die Zahlen zeigen jedoch, dass befristete Arbeitsverträge nach der Rückkehr aus der Mutterschaft sprunghaft ansteigen – von 10 auf 34 Prozent. Das ist mit dem Ziel stabiler Erwerbsbiografien und einer soliden sozialen Absicherung für Frauen nicht vereinbar“, so Amhof.
Bildungsgrad beeinflusst Tempo der Rückkehr
Im Jahr 2025 haben in Südtirol 864 Frauen ihren Arbeitsplatz während der Schwangerschaft oder in den ersten drei Lebensjahren des Kindes freiwillig aufgegeben. Zwischen 2019 und 2022 waren es insgesamt 3.500 Frauen. Von diesen nahmen 62 Prozent innerhalb von drei Jahren wieder eine Beschäftigung auf.
Die Unterschiede sind jedoch deutlich: Bei Akademikerinnen stehen bereits nach einem Jahr 40 Prozent wieder im Erwerbsleben. Bei Frauen mit Mittelschulabschluss liegt dieser Wert um 20 Prozentpunkte niedriger. Zwar gleichen sich die Quoten nach drei Jahren bei Maturantinnen und Absolventinnen von Berufsfachschulen an das Niveau der Akademikerinnen an – etwa 55 bis 60 Prozent –, doch Frauen mit Mittelschulabschluss bleiben dauerhaft um 15 bis 20 Prozentpunkte zurück.
Teilzeit und fehlende Flexibilität als zentrale Faktoren
Mindestens jeder fünfte Austritt wäre vermeidbar. 16 Prozent der Frauen mit Selbstkündigung gaben an, sie hätten nicht gekündigt, wenn Teilzeit oder flexible Arbeitszeiten möglich gewesen wären. Der spätere Wiedereinstieg erfolgt meist unter veränderten Bedingungen: 84 Prozent der Rückkehrerinnen arbeiten in Teilzeit.
Ein anderes Bild zeigt sich bei den Vätern. Von rund 350 vaterschaftsbedingten Kündigungen pro Jahr sind etwa sieben von zehn rein formaler Natur. In diesen Fällen haben die Männer bereits eine neue Stelle gefunden und benötigen die Bestätigung der Eigenkündigung lediglich für den Wechsel zu einem anderen Betrieb. Bereits ein bis zwei Monate nach dem Austritt sind zwei Drittel der Männer wieder beschäftigt – ein Wert, den Frauen im Durchschnitt erst drei Jahre später erreichen.
„Gleichstellung und Chancengleichheit sind eine gesellschaftliche Herausforderung, aber auch ein zentrales Thema für einen attraktiven Arbeitsmarkt. In der Landesarbeitskommission und der Landesregierung werden wir uns weiterhin intensiv damit auseinandersetzen, wie wir Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und die Erwerbsbeteiligung von Frauen unterstützen können“, betont Landesrätin Amhof.
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