von veo 03.03.2026 11:32 Uhr

Jahreshauptversammlung des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz

In Bozen ist die diesjährige Vollversammlung ganz im Zeichen des Landesklimagesetzes und der Artenvielfalt gestanden. Politik, Kirche, Wissenschaft und Zivilgesellschaft betonten die gemeinsame Verantwortung für Natur und Umwelt.

Foto: v.li. vorn Karl Leitner, Florian Zerzer, Uwe Roth, Peter Gasser, Elisabeth Ladinser, Peter Brunner, Klaus Bliem, Philipp Ferrara, Hanspeter Niederkofler; v.li. hinten Simon Ferrara, Roland Plank, Marion Auer, Hanspeter Staffler, Ines Visintainer, Patrizia Raffeiner, Verena Klara Spilker, Griseldis Dietl Foto: ©Linda Schwarz

Politische Signale und klare Forderungen

Am Freitag, 27. Februar, fand die Jahreshauptversammlung des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz mit einem reichhaltigen Programm statt. Neben zahlreichen Delegierten prägten der Festredner Don Paolo Renner, das Lyrikkollektiv „Wilde Stille“, der Präsident von CIPRA International, Uwe Roth, sowie Landesrat Peter Brunner die Veranstaltung. Ehrengäste aus Politik, Verwaltung und NGOs rundeten das Bild ab.

In ihrer Begrüßungsrede mahnte die Vorsitzende Elisabeth Ladinser die Landesregierung zu mehr Mut und Tempo bei der Umsetzung zentraler Vorhaben. Sie unterstrich erneut die dringende Notwendigkeit eines Landesklimagesetzes und forderte im Namen der rund 50 Organisationen umfassenden Plattform „Klimagesetz jetzt!“ einen partizipativen und gut moderierten Prozess. Der Dachverband und die Plattform signalisierten ihre Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit.

Landesrat Peter Brunner ging in seinen Grußworten auf diese Forderungen ein. Die Vorarbeiten zum Landesklimagesetz seien bereits im Gange, erklärte er. In den kommenden Tagen würden der Dachverband und die Plattform über die geplante Vorgehensweise informiert.

Zudem kündigte Brunner ein Gesetz zum Thema „Vogelfreundliches Bauen mit Glas“ an. Der Dachverband, die Arbeitsgemeinschaft für Vogelkunde und Vogelschutz sowie der Naturtreff Eisvogel hatten im Jahr 2025 gemeinsam mit den zuständigen Landesämtern landesweit Weiterbildungsveranstaltungen zum Thema tödlicher Vogelschlag an Glasfassaden organisiert. Diese stießen auf großes Interesse bei Planerinnen und Planern. Eine gesetzliche Regelung fehlte in Südtirol bislang.

Achtsamkeit, Artenvielfalt und starke Gemeinschaft

Den inhaltlichen Höhepunkt bildete die Festrede von Don Paolo Renner. Ausgehend vom Heiligen Franziskus ordnete er eine achtsame und rücksichtsvolle Entwicklung der Welt als fundamentalen Bestandteil der christlichen Religion ein. Im Sinne des Heiligen Franziskus plädierte er dafür, in jedem Garten sowie in jeder Obst- und Futterwiese eine „wilde Ecke“ für wildlebende Tiere und Pflanzen zu belassen. Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer könnten so einen konkreten Beitrag zur Rettung der Artenvielfalt leisten.

Die Jahreshauptversammlung zeigte zugleich die fachliche Breite der Mitgliedsvereine auf. Von A wie Alpenverein bis V wie Vereinigung Südtiroler Biologen sind 29 Organisationen im Dachverband zusammengeschlossen, jede mit eigenem Schwerpunkt. Eine Teilnehmerin brachte die Stimmung auf den Punkt: Die große Vielfalt sei eine Stärke – ebenso wie das gemeinsame Ziel, den Zustand der Natur nachhaltig zu verbessern.

Den krönenden Abschluss bildete eine feinfühlige poetische Einlage des Lyrikkollektivs „Wilde Stille“, die viele Anwesende sichtlich berührte.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite