von veo 03.03.2026 07:31 Uhr

Neue Datenbank ADA fördert Chancengleichheit

Mit der neuen Expertinnendatenbank ADA schafft das Land Südtirol ein Instrument für mehr Geschlechtergerechtigkeit in Medien und Öffentlichkeit. Fachfrauen aus allen Bereichen sollen dadurch gezielt für Podien, Veranstaltungen und Interviews gefunden werden können.

Foto: LPA/Fabio Brucculeri

Politisches Bekenntnis zu mehr Sichtbarkeit

Das Land Südtirol setzt einen weiteren Schritt zur Förderung der Chancengleichheit: Der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen und das Frauenbüro haben in Zusammenarbeit mit der Landesabteilung Informatik eine öffentliche Expertinnendatenbank eingerichtet. Die Maßnahme wurde im Rahmen des Gleichstellungsaktionsplans Ӕquitas sowie der Beteiligung an der Initiative „No Women No Panel“ umgesetzt und am 2. März bei einer Netzwerkveranstaltung im Innenhof des Palais Widmann vorgestellt.

Landeshauptmann Arno Kompatscher, in dessen Zuständigkeit auch die Chancengleichheit fällt, verwies auf die Diskrepanz zwischen Bildungsrealität und medialer Präsenz: Mittlerweile gebe es mehr weibliche Studentinnen und Universitätsabsolventinnen als männliche Studenten. Dennoch würden in Medien, Interviews und Gesprächsrunden meist männliche Experten angefragt. Diesen Automatismus gelte es zu durchbrechen und Frauen mehr Sichtbarkeit zu verschaffen.

Bereits 2024 war das Land Südtirol der Initiative „No Women No Panel“ beigetreten und hatte ein entsprechendes Einvernehmensprotokoll mit der RAI, der Freien Universität Bozen und der Gemeinde Bozen unterzeichnet.

ADA: Kompetenz sichtbar und zugänglich machen

Mit der neuen Datenbank ADA steht nun ein konkretes Instrument zur Verfügung, um Fachfrauen gezielt auffindbar zu machen. Francesco Trevisan vom Frauenbüro erklärte, ADA sei eine öffentliche Datenbank für Frauen mit beruflichen Qualifikationen, Führungsfähigkeiten und fachspezifischen Kenntnissen, die in Südtirol wohnhaft oder hier beruflich tätig sind. Interessierte Frauen können sich registrieren, sodass Medien, Unternehmen und Institutionen leichter Expertinnen für Veranstaltungen und Interviews finden.

Die Datenbank ist nach der britischen Mathematikerin Ada Lovelace benannt, die als erste Programmiererin gilt. Entscheidend sei nun, dass sich die Plattform rasch mit Leben fülle und vielfältige Fachkompetenzen abbildet, so Trevisan.

Ulrike Oberhammer, Präsidentin des Landesbeirats für Chancengleichheit für Frauen, betonte, es reiche nicht aus, Frauen „mitzumeinen“ – sie müssten aktiv an Entscheidungstischen vertreten sein. Stellvertreterin Nadia Mazzardis unterstrich, ADA mache Talent konkret zugänglich und lasse keine Ausreden mehr für rein männlich besetzte Podien zu.

Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag von Sarah Meraner zum Thema „Das Patriarchat ist ein Mistkerl“, in dem sie auf die historische und strukturelle Unsichtbarmachung von Frauen einging. Eine Performance mit dem Titel „Keine Entschuldigungen!“ von Diletta La Rosa setzte einen künstlerischen Schlusspunkt.

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