Rienz bekommt mehr Raum

Der betroffene Abschnitt der Rienz ist derzeit stark verbaut und verläuft in einem engen, monotonen Bachbett, das kaum Verbindung zu den umliegenden Flächen hat. Genau hier setzt das Projekt an: Auf rund 350 Metern Länge wird das orographisch rechte Ufer aufgeweitet und strukturiert. „Wir schaffen gezielt Überflutungsflächen, die bei Hochwasser Wasser aufnehmen können“, erklärt Projektleiterin Sabrina Horak.
Durch die Umgestaltung entstehen neue Feuchtlebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Entlang des Ufers werden Nischen mit geringerer Strömung angelegt, die als Laichplätze und Rückzugsorte für Jungfische dienen. Dabei kommen natürliche Materialien wie Steine und Totholz zum Einsatz.
Damit die Maßnahmen umgesetzt werden können, sind in den kommenden Wochen auch Eingriffe in die bestehende Vegetation notwendig. Einige Bäume müssen gefällt und Sträucher zurückgeschnitten werden, um die Fläche insgesamt um etwa eineinhalb Meter abzusenken. Betroffen ist ausschließlich öffentliches Wassergut mit einer Gesamtfläche von rund 6000 Quadratmetern. Der bestehende Auwald wird dabei verlegt – mit positiven Effekten für die Artenvielfalt sowie die Stabilisierung der Ufer.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Reaktivierung eines Seitenarms der Rienz. Dadurch soll der Wasseraustausch im Überschwemmungsgebiet verbessert werden.
Die Arbeiten haben am 25. Februar begonnen und sollen voraussichtlich nach Ostern abgeschlossen sein. Das Projekt wird mit rund 100.000 Euro aus Mitteln des Wasserzinses finanziert und erfolgt in enger Abstimmung mit dem örtlichen Fischerverein.
Amtsdirektor Sandro Gius betont die Bedeutung der Maßnahme: „Mit der Revitalisierung stärken wir sowohl den Naturraum als auch den Schutz vor Hochwasser.“






