Diese Wildkräuter können Sie jetzt sammeln

Nach den langen Wintermonaten sind die ersten zarten Triebe besonders nährstoffreich. Sie stecken voller Energie, die sie zum Wachsen brauchen. „Junge Wildkräuter sind im März nicht nur besonders zart und schmackhaft, sondern meist sogar nährstoffreicher als im Sommer“, erklärt Silke Raffeiner, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol.
Diese Wildkräuter finden Sie jetzt
Bärlauch: Der absolute Star unter den Frühlingskräutern wächst ab März in schattigen Laubwäldern auf kalkhaltigem Boden. Seine Blätter duften intensiv nach Knoblauch. Bärlauch ist reich an Vitamin C und wirkt gegen Frühjahrsmüdigkeit. Wichtig: Nur einzelne Blätter abschneiden, nie mehrere auf einmal ausreißen. So vermeidet man eine Verwechslung mit den giftigen Maiglöckchen.
Vogelmiere: Die kleine Pflanze mit den sternförmigen weißen Blüten gilt vielen als Unkraut. Dabei regt sie den Stoffwechsel an, wirkt entgiftend und schleimlösend. Die zarten Triebe können das ganze Jahr geerntet werden und schmecken im Salat oder als Pesto.
Gänseblümchen: Blätter, Knospen und Blüten sind essbar. Die jungen Blätter schmecken leicht nussig, ähnlich wie Feldsalat. Die geschlossenen Knospen lassen sich wie Kapern einlegen. Das Gänseblümchen enthält viel Kalium, Magnesium und Eisen.
Löwenzahn: Die jungen Blätter sind jetzt noch zart und mild. Verglichen mit Kopfsalat ist Löwenzahn um ein Vielfaches reicher an Vitaminen, Calcium und Eisen. Tipp: Für eine Stunde in Salzwasser ziehen lassen, dann werden die Blätter milder.
Brennnessel: Reich an Eisen, Kieselsäure und Mineralstoffen. Junge Triebe und Blätter mit Handschuhen ernten, kurz blanchieren oder mit heißem Wasser übergießen – so verlieren sie ihre Brennhaare. Ideal als Suppe, Spinat oder fein gehackt im Salat.
Giersch: Wird im Garten oft verflucht, ist aber eine Kraftpflanze. Reich an Vitamin C, Zink und Eiweiß. Die jungen Blätter schmecken mild und eignen sich für Salate, Suppen und Pestos.
Schafgarbe: Die jungen, zarten, gefiederten Blätter können zeitig im Frühjahr geerntet werden. Sie wirken entzündungshemmend und verdauungsfördernd.
Spitzwegerich: Wächst an Wegesrändern und auf Wiesen. Die Blätter sind zwar geschmacklich unauffällig, eignen sich aber gut für Tees und Hustensäfte. Als Heilkraut seit Jahrhunderten bewährt.
Wichtige Sammelregeln
„Wie für Wildpilze gilt auch für Wildkräuter: Es werden nur jene gegessen, die man sicher erkennt“, betont die Verbraucherzentrale. Diese Regeln sollten Sie beachten:
- Nur an sauberen Orten sammeln: Keine Straßenränder, Hundewiesen oder gedüngte Flächen
- Nie ganze Bestände abernten, nur so viel nehmen wie nötig
- Handstraußregel beachten: maximal so viel, wie in eine Handfläche passt
- Alle Kräuter gründlich waschen (Fuchsbandwurm!)
- Bei Unsicherheit lieber verzichten
- In Naturschutzgebieten ist das Sammeln verboten
So verwenden Sie Wildkräuter
- Frisch im Salat
- Als Pesto oder Aufstrich
- In Suppen und als Spinat
- Für grüne Smoothies
- Als Tee (getrocknet haltbar für den Winter)
- Zur Dekoration
Vorsicht vor Verwechslungen
Besondere Vorsicht ist beim Bärlauch geboten: Er kann mit den giftigen Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechselt werden. Der Geruchstest hilft: Nur Bärlauch riecht nach Knoblauch. Aber Achtung: Wer den Geruch einmal an den Fingern hat, riecht danach alles gleich.
Auch der Giersch hat giftige Doppelgänger. Wer unsicher ist, sollte sich einer geführten Kräuterwanderung anschließen oder ein gutes Bestimmungsbuch nutzen.






