von ih 28.02.2026 16:58 Uhr

SVP-Politiker demonstrieren mit Linksextremen

Zwei Demonstrationen in Bozen, zwei politisch-extreme Lager – und ein Tag, der weniger von klaren Fronten als von ideologischen Abgründen und fragwürdigen Allianzen geprägt war.

Kommunistische Fahnen, Antifa-Slogans und mittendrin: Vertreter der SVP zusammen mit Grünen und Linken.

Verwirrte Extremisten unter sich

Auf der einen Seite: die sogenannte „Remigrations“-Demonstration im Umfeld der neofaschistischen Bewegung CasaPound. Groß angekündigt, mit rund 500 erwarteten Teilnehmern – am Ende jedoch ein ziemlich klägliches Bild. Gerade einmal 150 bis 200 Personen fanden sich am Siegesplatz ein.

Darunter auch eine Handvoll offensichtlich deutschsprachiger Neonazis, die mit Südtirol- und Deutschland-Fahnen aufmarschierten. Ein absurdes Schauspiel: Ausgerechnet sie unterstützen damit Kräfte, die historisch für die Italienisierung und das Zurückdrängen Südtirols stehen. Verirrte unter Verirrten – Extremisten unter sich.

  • Weniger los als erwartet bei der Faschisten-Demo am Siegesplatz.

SVP, Grüne und Team K an der Seite von Linksextremen

Doch wer glaubt, auf der anderen Seite hätte sich das „bessere“ Bild gezeigt, täuscht sich gewaltig. Der linke Gegenprotest mobilisierte zwar laut übereinstimmenden Medienberichten rund 1000 Teilnehmer – also ein Vielfaches. Doch statt eines klaren demokratischen Signals bot sich auch hier ein fragwürdiges Szenario: kommunistische Fahnen, linksradikale Parolen und Antifa-Slogans dominierten das Bild. Und mitten drin: hochrangige Vertreter der Südtiroler Politik.

So marschierten unter anderem SVP-Senatorin Julia Unterberger, die Grünen-Politiker Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler, Vertreter des Team K sowie der PD-Abgeordnete Sandro Repetto Seite an Seite mit teils fanatisch auftretenden linksradikalen Gruppierungen.

Auch SVP-Fraktionssprecher Harald Stauder, der ehemalige SVP-Obmann Richard Theiner und Gabriele Morandell von der Sozialen Mitte waren vor Ort. Landeshauptmann Arno Kompatscher hatte seine Teilnahme im Vorfeld ebenfalls angekündigt.

SVP-Vertreter vor Antifa-Bannern

Besonders brisant: Mehrere SVP-Vertreter standen vor Bannern mit klar linksradikalen Antifa-Slogans – ohne erkennbare Distanzierung.

Damit stellt sich zunehmend die Frage, wohin sich insbesondere die SVP politisch bewegt. Die einst bürgerliche Volkspartei scheint keine Berührungsängste mehr mit der radikalen Linken zu haben – im Gegenteil: Sie mischt sich sichtbar darunter.

Am Ende bleibt ein bitterer Eindruck: Zwei politische Extreme stehen sich gegenüber – und die SVP verhält sich nicht neutral, sondern positioniert sich eindeutig links. Bozen hat an diesem Samstag kein Zeichen der Demokratie gesehen, sondern ein Spiegelbild wachsender Polarisierung.

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