von ih 27.02.2026 12:00 Uhr

JWA sagt Nein zu Faschisten-Demo in Bozen

Nach wiederholten Nachfragen zur geplanten Remigrationsdemonstration in Bozen hat der Landtagsabgeordnete Jürgen Wirth Anderlan (Liste JWA) nun ebenfalls Stellung bezogen und eine Teilnahme seinerseits ausgeschlossen. Er nehme lieber von Freiheitskämpfer Siegfried Steger Abschied statt mit südtirol-feindlichen Neofaschisten zu demonstrieren, so Wirth Anderlan sinngemäß in seiner Stellungnahme.

Landtagsabgeordneter Jürgen Wirth Anderlan - Foto: UT24/hz

Gedenken an Siegfried Steger hat Vorrang

Als Hauptgrund seiner Entscheidung, nicht an der Remigrations-Demo teilzunehmen, nennt Jürgen Wirth Anderlan die zeitgleich stattfindende Beerdigung in Mühlen in Taufers: „Am Samstag wird unser Freiheitskämpfer Siegfried Steger beigesetzt. Ihm werden wir selbstverständlich die letzte Ehre erweisen“, erklärt er.

Darüber hinaus begründet der Landtagsabgeordnete der Liste JWA seine Absage auch politisch. Zwar befürworte man grundsätzlich das Konzept der Remigration und sehe dieses als „Thema des Jahrhunderts“ auf europäischer Ebene. Dennoch wolle man sich nicht an einer Demonstration beteiligen, die aus seiner Sicht nicht die Perspektive der deutschen und ladinischen Südtiroler widerspiegle.

„Wir sind keine Italiener, die unter der Trikolore für ein italienisches Italien demonstrieren“, so Wirth Anderlan. Er betonte die historische Identität Südtirols und verwies darauf, dass das Land zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahezu ausschließlich von Deutschen und Ladinern bewohnt gewesen sei.

„Neutrale Veranstaltung“ hätte JWA eher unterstützt

Kritisch äußert sich Jürgen Wirth Anderlan auch zu den neofaschistischen Veranstaltern der Demonstration. Eine Teilnahme komme nicht infrage, wenn diese aus Kreisen stammten, deren ideologische Wurzeln in der Italianisierung Südtirols lägen. Eine „neutrale Veranstaltung“, organisiert von allen in Südtirol lebenden Sprachgruppen, hätte hingegen Unterstützung gefunden.

Inhaltlich zieht der Frontmann der Liste JWA zudem Parallelen zwischen historischer Zuwanderungspolitik und aktuellen Migrationsbewegungen. Sowohl die Ansiedlung von Süditalienern im 20. Jahrhundert als auch heutige Migration aus Afrika, Asien und dem arabischen Raum seien Ausdruck eines grundlegenden Problems: mangelnde lokale Entscheidungsgewalt.

„Wir entscheiden nicht selbst, wer in unser Land kommt und wer bleibt“, erklärt Wirth Anderlan. Solange Südtirol nicht souverän sei, bleibe man „dem Willen Roms ausgeliefert“.

Migrationsfragen soll Südtirol selbst lösen

Abschließend fordert Wirth Anderlan, die Zuständigkeiten in Migrationsfragen an Südtirol zu übertragen – verbunden mit der Perspektive einer Loslösung vom italienischen Staat. Nur so könne das Land eigenständig über seine Zukunft entscheiden.

Die Initiative „Remigrazione e Riconquista“, deren Inhalte sich laut Wirth Anderlan weitgehend mit den Positionen seiner Liste decken, wird grundsätzlich unterstützt – eine Teilnahme an der von Neofaschisten organisierten Demonstration bleibt jedoch ausgeschlossen.

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