von ih 27.02.2026 07:00 Uhr

KVW und SVP-Jugend gegen „Remigration“

Bozen steht vor einem angespannten Wochenende: Für Samstag ist eine sogenannte „Remigrationsdemonstration“ von italienischen Neofaschisten angekündigt, die bereits im Vorfeld deutliche Kritik hervorruft. Sowohl der Katholische Verband der Werktätigen (KVW) als auch die Junge Generation (JG) in der Südtiroler Volkspartei (SVP) warnen eindringlich vor der neofaschistischen Kundgebung.

KVW-Vorsitzender Werner Steiner und die JG in der Südtiroler Volkspartei äußerten nicht nur Bedenken an der neofaschistischen Kundgebung - sondern an „Remigration“ per se.

„Zeitgenossen, auf die man gerne verzichten könne“

Der KVW äußert „große Sorge“ über die geplante Demonstration. Über Jahrzehnte hinweg habe Südtirol ein respektvolles Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen aufgebaut. Dieses friedliche Miteinander dürfe nicht durch Ideologien gefährdet werden, die als spaltend und menschenverachtend wahrgenommen werden. Die Veranstaltung berge das Risiko, gesellschaftliche Spannungen neu zu entfachen.

Noch schärfere Worte findet die Junge Generation der SVP. Sie kritisiert insbesondere die mutmaßliche Beteiligung extremer Gruppierungen, darunter die neofaschistische Bewegung CasaPound. Solche Akteure seien „Zeitgenossen, auf die man in Bozen und ganz Südtirol gerne verzichten könne“.

„Remigration“ sorgt für Verärgerung

Auch inhaltlich stößt die Demonstration auf Ablehnung. Begriffe wie „Remigration“ und „Rückeroberung“, unter denen die Kundgebung steht, seien vor dem Hintergrund der Südtiroler Geschichte besonders problematisch. Wer mit solchen Parolen auftrete, habe die historischen Erfahrungen des Landes nicht verstanden, so die JG.

Die Jugendorganisation der SVP stellt sich deshalb klar auf die Seite der angekündigten Gegendemonstrationen. Es sei wichtig, dass sich politische Kräfte der Mitte sowie die Zivilgesellschaft gemeinsam gegen Extremismus positionieren.

Zugleich warnt die JG davor, das komplexe Thema Migration extremen Kräften zu überlassen. Ohne differenzierte Diskussion drohe eine weitere Polarisierung, die konstruktive Lösungen erschwere.

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