Die meisten Unfälle passieren im Haushalt

„Die höchste Unfallgefahr lauert in den eigenen vier Wänden“, sagte KFV-Direktor Christian Schimanofsky bei einer Pressekonferenz. Auffallend bei den Haushaltsunfällen ist die starke Zunahme von Unfällen beim Gehen im Wohnbereich. Im Vergleich zum Jahr 2024 gab es hier ein Plus von 21 Prozent auf 86.000 spitalsbehandelte Verletzte. Vor allem Senioren sind davon betroffen. Deutliche Anstiege bei Unfällen im eigenen Haushalt gibt es laut KFV bei Reinigungsarbeiten (plus zwölf Prozent auf 30.000 Verletzte), bei Arbeiten in Heim und Garten (plus 19 Prozent auf 26.400) sowie beim Kochen (plus 18 Prozent auf 14.400).
Bei Unfällen im Seniorenalter wurde 2025 mit 266.100 Verletzten allgemein ein neuer Höchststand erreicht. Schimanofsky fordert daher, dass Präventionsmaßnahmen noch stärker auf ältere Menschen ausgerichtet werden sollten. Jede Vorsorgemaßnahme sei ein wichtiger Schritt zur Entlastung der Pflegeeinrichtungen und des Gesundheitssystems in Österreich, so der KFV-Direktor. Außerdem könne damit viel menschliches Leid verhindert werden. „Man kann durch gezielte Prävention gegensteuern“, betonte der Experte.
Leichter Rückgang bei Kindern
Bei Erwachsenen (Altersgruppe 25 bis 64 Jahre) erhöhte sich die Zahl der spitalsbehandelten Verletzten in Österreich im Jahr 2025 um vier Prozent auf rund 333.100 Personen. Bei Kindern (null bis 14 Jahre) gab es einen leichten Rückgang von rund zwei Prozent. Trotzdem bleibt die Zahl mit 119.600 verletzten Kindern hoch. Dazu kommen noch 105.600 Jugendliche (15-24 Jahre), ebenfalls mit einem leichten Rückgang von drei Prozent. Die meisten Unfälle von Personen mit Wohnsitz in Österreich ereigneten sich in Wien (160.300 Verletzte), gefolgt von Oberösterreich (140.800) und Niederösterreich (134.100).
Die am häufigsten verletzten Körperteile bei Unfällen in Österreich sind die Finger (102.200 Fälle), gefolgt vom Knie (72.200) sowie von Fußgelenken bzw. Knöcheln (70.900). Bei Sportunfällen war das Knie am häufigsten betroffen (28.600 Fälle). Bei Sportunfällen wurden vom KFV erstmals in mehr als fünf Prozent der Fälle Kopfverletzungen dokumentiert. Kopfverletzungen bereiten Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV, auch im Straßenverkehr zunehmend Sorgen: „Im Verkehrsbereich ist die Zahl der spitalsbehandelten Verletzten im Vorjahr um mehr als sechs Prozent auf 97.800 gestiegen. Ein besonders ernstes Problem ist der hohe Anteil von Unfällen mit Fahrrädern, E-Bikes und E-Scootern am Gesamtunfallgeschehen.“
APA/UT24Â






