Fast 91.000 Schüler in Südtirols Schulen und Kindergärten

15.238 Kinder waren im vergangenen Schuljahr in Südtirols Kindergärten eingeschrieben. 28.018 besuchten eine Grundschule und 17.245 eine Mittelschule. An den Oberschulen lernten 19.879 junge Menschen, während weitere 10.211 an den Berufsschulen ausgebildet wurden.
Deutsche Schulen überwogen
72 Prozent der Kindergartenkinder beziehungsweise Schüler entfielen auf Einrichtungen mit deutscher Unterrichtssprache. 24,8 Prozent besuchten italienische Kindergärten und Schulen. Die restlichen 3,2 Prozent waren in Kindergärten und Schulen (ausgenommen Berufsschulen) einer ladinischen Ortschaft eingeschrieben.
Hohe Besuchsquoten
95,9 Prozent der Kinder im Alter zwischen drei und fünf Jahren besuchten einen Kindergarten. Die Schulbesuchsquote lag bei 102 Prozent. Dass diese den Schwellenwert von 100 überschritt, zeigte, dass die Zahl der Einschreibungen in eine Schule höher war als jene der ansässigen Bevölkerung im schulpflichtigen Alter (sechs bis achtzehn Jahre).
Unterschiedliche Klassengrößen
Eine Kindergartengruppe umfasste im Schnitt 20 Kinder. Die mittlere Klassengröße in den Grundschulen belief sich aufgrund der zahlreichen Zwergschulen auf 15 Schüler. In den Mittelschulen zählte eine Klasse durchschnittlich 19, an den Oberschulen 18 Personen.
Längerer Verbleib im Bildungssystem
Rund 3.500 Personen waren nach ihrem 18. Lebensjahr noch in einer schulischen Einrichtung eingeschrieben. Der längere Verbleib im Bildungssystem konnte mehrere Gründe haben, die von einem Aufschub des Schuleintritts über einen etwaigen Schul- beziehungsweise Fachrichtungswechsel mit Neuanfang bis hin zur Nichtversetzung in die nächsthöhere Klassenstufe reichten.
Repetentenquoten in den verschiedenen Schulstufen
Im Schuljahr 2024/25 wiederholten an den Grundschulen 108 Mädchen und Buben das Jahr. Mit 0,4 Repetenten je 100 Eingeschriebene blieb die Quote im Vergleich zum vorhergehenden Schuljahr unverändert. Die Erstklässler verzeichneten nach wie vor die höchste Repetentenquote (0,8 Prozent).
In den Mittelschulen wiederholten 250 Schüler, die im vorhergehenden Schuljahr besuchte Klasse, was einer Repetentenquote von 1,4 Prozent entsprach. In den ersten Klassen lag sie bei 2,1 Prozent.
An den Oberschulen wurden im Bezugsjahr 1.132 Repetenten verzeichnet. Ihr Anteil an den Eingeschriebenen lag bei 5,7 Prozent. 10,9 Prozent betrug die Repetentenquote in der ersten Klassenstufe.
Nichtversetzungen und nicht bestandene Prüfungen
Der Großteil der Schüler der Pflichtschule bestand das Schuljahr 2024/25. An den Grundschulen erzielten jedoch 48 Buben und 37 Mädchen kein positives Endergebnis, während an den Mittelschulen 185 Schüler und 72 Schülerinnen nicht versetzt wurden. Davon hatten 72 die staatliche Abschlussprüfung nach der dritten Klasse nicht bestanden.
Auch an den Oberschulen wurden die meisten Schüler in die nächsthöhere Klasse versetzt beziehungsweise absolvierten erfolgreich die Oberschule. 1.614 erreichten dieses Ziel nicht. 105 Schüler des Abschlussjahrgangs wurden nicht zur Maturaprüfung zugelassen. Von denen, die die Prüfung ablegten, hatten zwölf nicht bestanden.
Mehr Mädchen an Oberschulen
Bei näherer Betrachtung der Oberschulstatistiken fiel ins Auge, dass mehr Mädchen und junge Frauen eine Oberschule besuchten als männliche Jugendliche (10.708 gegenüber 9.171). Das Geschlechterverhältnis lag also bei 86 männlichen je 100 weiblichen Oberschülern.
Geschlechtsspezifische Präferenzen bei Schultypen
In Bezug auf Schultyp beziehungsweise Fachrichtung waren nach wie vor deutliche geschlechtsspezifische Präferenzen zu erkennen: Während die Wirtschaftsfachoberschulen mit 2.604 Schülern und 2.379 Schülerinnen bei beiden Geschlechtern sehr beliebt waren, wählten deutlich mehr männliche Oberschüler eine technologische Fachoberschule (3.044 gegenüber 964). An den sozialwissenschaftlichen Gymnasien waren hingegen viel mehr Mädchen (2.788 zu 593) eingeschrieben.
Junge Frauen waren auch an den Sprach- und Kunstgymnasien (1.475 zu 324 beziehungsweise 803 zu 175) sowie im klassischen Gymnasium (369 zu 208) klar in der Überzahl, während an den Realgymnasien das männliche Geschlecht überwog (1.864 zu 1.452).
Ähnliche Tendenzen ließen sich auch an den Berufsschulen beobachten: Mehr männliche als weibliche Jugendliche waren an Vollzeitlehrgängen in den Bereichen Handwerk und Industrie oder Landwirtschaft interessiert. Junge Frauen erlernten den Zahlen zufolge lieber einen Beruf im Gastgewerbe, im Sozial- und Gesundheitswesen oder im Bereich Hauswirtschaft.
12,8 Prozent ohne italienische Staatsbürgerschaft
Der in den vergangenen Jahren stetig zunehmende Ausländeranteil an der Wohnbevölkerung spiegelte sich auch in den Bildungsstatistiken wider. Im Schuljahr 2024/25 waren insgesamt rund 11.600 Kinder und Jugendliche ohne italienische Staatsbürgerschaft in einer Südtiroler Bildungseinrichtung eingeschrieben. Ihr Anteil lag bei 12,8 Prozent.
2.031 ausländische Mädchen und Buben besuchten im betrachteten Schuljahr den Kindergarten, was einem Anteil von 13,3 Kindern je 100 Eingeschriebene entsprach. An den Grundschulen besaßen 13,1 Prozent der Eingeschriebenen nicht die italienische Staatsbürgerschaft, an den Mittelschulen waren es 15,5 Prozent und an den Oberschulen 9,9 Prozent. Die Berufsschulen verzeichneten eine Ausländerquote von 12,3 Prozent.
Höherer Anteil an italienischen Schulen
Da die ausländische Bevölkerung vorzugsweise in den Städten lebte, war ihr Anteil in den schulischen Einrichtungen mit italienischer Unterrichtssprache höher als auf dem Land, wo deutsche oder ladinische Kindergärten und Schulen überwogen. In den italienischen Kindergärten (23,3 Prozent) sowie Grund- und Mittelschulen (25,1 Prozent beziehungsweise 29,8 Prozent) besaß mehr als eines von vier Kindern nicht die italienische Staatsbürgerschaft.
An den Bildungseinrichtungen mit deutscher Unterrichtssprache war es jedes zehnte Kind: 10,8 Prozent in den Kindergärten, 9,9 Prozent in den Grundschulen und 11,1 Prozent in den Mittelschulen. In den ladinischen Tälern lag die Ausländerquote bei knapp sieben Prozent.
Herkunft der ausländischen Schüler
Mehr als die Hälfte der gesamten ausländischen Schulbevölkerung hatte europäische Wurzeln (53,8 Prozent), während 23,1 Prozent aus Asien und 16,8 Prozent aus Afrika stammten.
Mehr Abmeldungen vom Religionsunterricht
Da ein beträchtlicher Teil der ausländischen Schülerschaft andersgläubig war, stiegen mit dem Ausländeranteil auch die Abmeldungen vom katholischen Religionsunterricht im Laufe der Zeit: Im Schuljahr 2024/25 wurden insgesamt 3.230 Schüler an den Grundschulen (11,5 Prozent) sowie 1.705 (9,9 Prozent) an den Mittelschulen vom Religionsunterricht befreit. Fünfzehn Jahre zuvor beliefen sich die betreffenden Quoten auf 4,6 Prozent beziehungsweise 4,2 Prozent.






