von veo 24.02.2026 10:39 Uhr

Österreichs Medaillengewinner in Innsbruck umjubelt

Die Olympia-Helden sind heimgekehrt. Rund 1.500 Besucher jubelten Montagabend in Innsbruck den österreichischen Medaillengewinnerinnen und -gewinnern bei den Olympischen Spielen 2026 in Mailand/Cortina zu. Die meisten Athleten mit Edelmetall waren gekommen – nur Ski-Ass Cornelia Hütter und Kombinierer Stefan Rettenegger mussten krankheitsbedingt passen. Sportminister Andreas Babler (SPÖ) brachte erneut deutlich eine mögliche Bewerbung für die Winterspiele 2046 ins Spiel.

APA/EXPA/ JOHANN GRODER

Der Landestheater-Vorplatz in der Tiroler Landeshauptstadt war gut gefüllt, alles war angerichtet bei der „Lotterien Medaillenfeier“ des Olympic Team Austria bzw. des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC). Schließlich galt es auch einiges zu feiern: nämlich genau 18 Medaillen, die Österreichs Wintersportler bei den am Sonntag zu Ende gegangenen Spielen eingeheimst hatten. Zu Beginn der Veranstaltung – sie wurde von den ORF-Moderatoren Lukas Schweighofer und Karina Toth präsentiert – heizte ein aktueller, heimischer Shootingstar aus der Musikwelt den Sportfans ein: Der 19-jährige Cosmó, der sich erst vergangenen Freitagabend gegen elf Konkurrenten durchgesetzt hatte und Österreich im Mai beim Eurovision Song Contest in Wien vertreten wird. Er gab seine Elektro-Tanznummer „Tanzschein“ zum Besten.

In den folgenden rund eineinhalb Stunden wurden dann die heimischen Sporthelden nacheinander zu von ihnen ausgesuchten Songs auf die Bühne gebeten. Und durchaus reich beschenkt: So wurden die Medaillengewinner mit Philharmoniker-Goldmünzen im Wert von 20.000 Euro für Gold, 17.000 für Silber und 14.000 für Bronze belohnt. Und bekamen zudem allesamt „First Class-Tickets“ für den Formel 1-Grand-Prix in Spielberg in der Steiermark vom 26. bis 28. Juni geschenkt.

Gelöste Stimmung

Die Olympia-Asse zeigten sich naturgemäß durch die Bank bestens gelaunt, ja gelöst nach Wochen der immensen Anspannung. Bei den Interviews auf der Bühne erwiesen sich viele gar als Unterhaltungs-Naturtalente. So etwa die Skistars Vincent Kriechmayr und Manuel Feller, die Silber in der Teamkombi errangen und zusammen mit ihrem Teamkollegen Fabio Gstrein auf die Bühne kamen, der Bronze im Slalom gewann. „Der Ötzi hat uns die Kohlen aus dem Feuer geholt“, dankte der Fieberbrunner Feller dem Ötztaler angesichts der ausbaufähigen Medaillen-Ausbeute der Ski-Herren. Gstrein suchte sich übrigens für das „Bühnen-Entern“ den aktuellen Hit eines anderen Ötztalers aus, nämlich „Tirol“ von DJ Ötzi, was extra angemerkt wurde. Feller kündigte zudem – mit dem Schalk im Nacken – einen „Pärchenausflug“ mit Kriechmayr nach Spielberg an.

Nicht minder auf den Mund gefallen auch einmal mehr Freeski/Big Air-Bronzemedaillengewinner Matej Svancer, der sich freute, auf der „fetten Stage“ zu stehen und nun „nicht mehr blau“ zu sein. Zudem berichtete er freimütig von einer Feier-Nacht, die mit einem „Filmriss“ endete.

Karl will in kommenden „ein bis zwei Monaten“ über Zukunft informieren

Ebenfalls aufgeweckt zeigte sich Snowboard-Olympiasieger und „Wahl-Osttiroler“ Benjamin Karl, der sich seit seinem Triumph „wie ein Hund an der Leine vorkommt“: „Herumgereicht vom einen Eck ins andere“. Gefragt, ob er seine Karriere fortsetzen wolle, tat der 40-Jährige kund, dass dies „noch in den Sternen“ steht. In den „kommenden ein bis zwei Monaten“ werde er eine Entscheidung bekanntgeben. Jedenfalls schlage sein Herz auch für seine zweite Lieblingssportart, das Radfahren. Dem wolle er sich „gerne widmen“.

Heftig umjubelt wurden vor allem auch die unmittelbaren Lokalmatadoren – nämlich Skeleton-Olympiasiegerin Janine Flock aus Rum bei Innsbruck sowie der Haller Top-Kombinierer Johannes Lamparter, seines Zeichens dreifacher Medaillengewinner. Flock, die ihre Karriere fortsetzen wird, freute sich etwa schon auf die Weltmeisterschaft kommendes Jahr in Lillehammer.

Ovationen unter heftigem Fahnen-Schwenken gab es auch für die restlichen olympischen Helden: Die Ski-Asse Ariane Rädler und Katharina Huber, die Snowboarder Alessandro Hämmerle, Sabine Payer und Jakob Dusek, die Skispringer Stephan Embacher und Jan Hörl sowie die Rodler Jonas Müller, Thomas Steu, Wolfgang Kindl, Lisa Schulte, Selina Egle und Lara Kipp.

Vor der Medaillenfeier hatten sich die Olympia-Helden übrigens in das Goldene Buch Innsbrucks eingetragen. Jener Stadt, die die bisher einzigen Olympischen Winterspiele in Österreich ausgetragen hatte, und zwar in den Jahren 1964 und 1976.

Babler spitzt auf Olympia 2046, Tirol will mitmischen

Und dass die Spiele ein drittes Mal nach Österreich kommen bzw. man sich darum bewirbt – das kann sich Vizekanzler und Sportminister Babler sehr gut vorstellen. Man habe in der Bundesregierung vereinbart, große Sportveranstaltungen nach Österreich holen zu wollen, erinnerte er auf der Bühne. Man werde daher in Sachen Olympische Winterspiele 2046 „evaluieren“. 70 Jahre nach Innsbruck 1976 wieder Olympia in Österreich zu haben – „darüber ist es allemal wert, nachzudenken.“

Und Tirol liebäugelt offenbar mit einem da capo bzw. einer Bewerbung. Er sei „leidenschaftlich überzeugt“, dass solche Spiele einen „Mehrwert für Tirol haben“, erklärte der neben Babler stehende Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP): „Ich sehe durchaus eine Chance“. Man müsse aber die Bevölkerung „mitnehmen.“ Und Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA – Jetzt Innsbruck) meinte gar: Wenn sich Österreich dazu entschließe, wäre Innsbruck „fix“ mit im Bewerbungsrennen dabei.

APA

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