Alpinpolizei warnt vor Touren im freien Gelände

Außergewöhnlich viele Lawinenereignisse und fünf tödliche Unfälle
Zwischen 13. und 22. Februar 2026 wurden in Tirol rund 200 Lawinenabgänge gemeldet. Darunter befanden sich auch Ereignisse mit bis zu 15 betroffenen Personen. Zusätzlich mussten zahlreiche sogenannte „Negativlawinen“ abgeklärt werden – also Lawinen, bei denen zunächst unklar war, ob Personen verschüttet wurden.
Die Alpinpolizei bearbeitete in diesem Zeitraum rund 60 alpine Einsatzereignisse. Fünf Lawinenunfälle endeten tödlich. Diese Entwicklung unterstreicht die aktuell äußerst kritische Situation im freien Schiraum und im alpinen Gelände.
Der Hubschrauber des Bundesministeriums für Inneres stand mit seiner Besatzung intensiv im Einsatz. Neben Rettungs- und Bergearbeiten wurden Einsatzkräfte sowie Ausrüstung unter schwierigen Bedingungen in hochalpines Gelände transportiert. Die koordinierte Zusammenarbeit zwischen Alpinpolizei, Bergrettung, Flugpolizei, Leitstellen und weiteren Einsatzorganisationen verlief professionell und effizient.
„Die vergangenen Tage haben gezeigt, mit welcher Professionalität, Einsatzbereitschaft und Kameradschaft die alpinen Einsatzorganisationen in Tirol zusammenarbeiten“, betont Landespolizeidirektor HR Mag. Helmut Tomac. Sein besonderer Dank gilt den Kräften der Bergrettung, der Flugpolizei, den Notarzthubschraubern, den Leitstellen sowie allen Alpinpolizistinnen und Alpinpolizisten und weiteren beteiligten Organisationen. Deren Einsatz unter schwierigen Bedingungen und oftmals erheblicher Eigengefährdung sei ein wesentlicher Beitrag zur Sicherheit im alpinen Raum Tirols.
Große Lawinengefahr: Eindringlicher Appell an Wintersportler
In weiten Teilen Tirols herrscht derzeit große Lawinengefahr (Stufe 4 der fünfteiligen Skala). Diese Gefahrenstufe bedeutet, dass Lawinen bereits bei geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden können. Auch spontane Lawinenabgänge sind jederzeit möglich.
Der Großteil der Lawinenunfälle mit Personenbeteiligung in den vergangenen zwei Wochen ereignete sich im Variantenbereich. Die Alpinpolizei ruft daher zu besonderer Vorsicht im alpinen Gelände auf. Solange sich die Lawinengefahr nicht entschärft, sollte dieser Bereich möglichst gemieden werden.
Wintersportlerinnen und Wintersportler werden eindringlich aufgefordert,
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derzeit auf Schitouren und Variantenfahrten im freien Gelände zu verzichten,
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auf gesicherten und geöffneten Pisten zu bleiben,
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sich vor jeder Tour umfassend über die aktuelle Lawinenlage zu informieren,
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das vorhandene Altschneeproblem sowie Triebschneeansammlungen nicht zu unterschätzen.
Sollte eine Lawine ausgelöst werden und keine Person verschüttet worden sein, wird dringend ersucht, dies unverzüglich der zuständigen Leitstelle zu melden. So können umfangreiche und personalintensive Sucheinsätze vermieden werden, und die Rettungskräfte bleiben für konkrete Notfälle und lebensrettende Maßnahmen verfügbar.
Geduld und Zurückhaltung können in dieser Situation Leben retten. Wer jetzt bewusst entscheidet, schützt sich selbst und gefährdet keine Einsatzkräfte.






