Ab Mitte 2027 wieder Erasmus in Großbritannien möglich

Vor dem Brexit war Großbritannien eines der beliebtesten Erasmus-Ziele bei österreichischen Studenten, Lehrlingen, Lehrern und Schülern. Im Hochschulbereich rangierte das Land mit 4.800 Personen (2014-2020) auf Rang drei hinter Deutschland und Spanien, im Schul- und Berufsbildungsbereich sogar an erster Stelle. Das lag einerseits an der Sprache, andererseits auch am Ruf der englischen Schulen bzw. Hochschulen.
Nach UK-Ausstieg Verlagerung nach Irland
Nach dem Ausstieg Großbritanniens verlagerten sich die Austauschaktivitäten im Schulbereich dann nach Irland. „Aber Irland ist voll, weil ganz Europa dorthin ausgewichen ist“, so OeAD-Geschäftsführer Jakob Calice zur APA. Es gebe daher kaum noch verfügbare Partnerschulen. Im Hochschulbereich sei der Run nach Irland nicht so extrem gewesen, da etwa auch die Niederlande oder die nordischen Staaten viele Studienprogramme auf Englisch anbieten.
Für die Teilnahme an Erasmus ist eine EU-Mitgliedschaft nicht Voraussetzung – insofern sei man überrascht gewesen, dass Großbritannien auch aus dem beliebten Programm ausgestiegen sei. Das habe einerseits sicher kulturelle Gründe gehabt: „Man hat sich gesagt, dass es nicht passt, an einem Programm teilzunehmen, das eine europäische Identität formen will und europäische Werte in den Vordergrund stellt“, so Calice.
Erste Erasmus-Semester in Großbritannien im Herbst 2027
Für Studenten ist ein Erasmus-Auslandssemester in Großbritannien ab Herbst 2027 realistisch – kümmern sollte man sich darum schon in diesem Herbst, rät Calice. Praktika in Großbritannien könnten auch schon im Sommer 2027 möglich sein. Österreichische Schulen können ab dem Schuljahr 2027/2028 wieder mit Großbritannien kooperieren und ihre Schüler dorthin entsenden. Für das erste Jahr hofft er aufgrund des nötigen Aufbaus auf insgesamt rund 2.000 Auslandsaufenthalte über alle Bildungssektoren und Jugend – das entspräche in etwa dem Höchststand von 2017. Seither sei Erasmus aber deutlich ausgebaut worden, das Potenzial also deutlich höher.
APA/UT24Â






