„Andreas Hofer hatte das Herz am rechten Fleck“

Zahlreiche Schützen, Marketenderinnen, Ehrengäste sowie viele Vahrner nahmen an diesem bedeutenden Tiroler Feiertag teil und verliehen der Veranstaltung einen würdigen, festlichen Rahmen.
Prälat Fischnaller ruft zu Verantwortung und Geschichtsbewusstsein auf
Der Festtag begann mit der Aufstellung am Voitsbergplatz und dem gemeinsamen Einzug in die Pfarrkirche. Dort zelebrierte Prälat Eduard Fischnaller vom Stift Neustift die Heilige Messe. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor sowie einer Bläsergruppe der Musikkapelle Vahrn. Auch eine Abordnung der Schützenkompanie Mils aus der Partnergemeinde nahm teil und unterstrich die enge Verbundenheit der beiden Kompanien.
Bei der anschließenden Gedenkfeier am Kriegerdenkmal hielt Prälat Fischnaller die Gedenkansprache. Andreas Hofer und seine Mitstreiter gehörten zu jenen Gerechten, „deren Andenken nicht stirbt“, sagte er. Die Erinnerung an sie zeige bis heute die tiefe Verwurzelung von Freiheit, Glaube und Heimat im Tiroler Selbstverständnis.
Kritisch merkte der Prälat an, dass viele junge Menschen ferne Reiseziele besser kennen würden als historische Orte der eigenen Heimat: „Dubai oder die Kanaren kennen viele – aber den Bergisel oder den Sandwirt manche nicht.“ Geschichte müsse wieder bewusster vermittelt und erlebt werden.
Bewegende Worte fand Fischnaller auch zum Tod des Freiheitskämpfers Siegfried Steger, des letzten der „Puschtra Buibm“. Diese Männer hätten sich entschlossen, Unrecht nicht schweigend hinzunehmen, und seien trotz Verfolgung und gesellschaftlicher Ausgrenzung ihren Überzeugungen treu geblieben.
Im Mittelpunkt seiner Rede stand der Gedanke des „hörenden Herzens“, angelehnt an die biblische Bitte König Salomons. Nicht Erfolg oder materieller Gewinn dürften Maßstab menschlichen Handelns sein, sondern Gerechtigkeit und Verantwortung. „Nimm das Recht weg – was bleibt dann anderes als eine große Räuberbande“, mahnte Fischnaller. Andreas Hofer sei kein romantisches Symbol gewesen, sondern ein Mensch mit Gewissen und tiefem Gottvertrauen: „Er hatte das Herz am rechten Fleck.“ Mit der Bitte um ein solches hörendes Herz für Dorf, Land und kommende Generationen schloss der Prälat seine viel beachtete Ansprache.
Walter Kofler zum neuen Hauptmann gewählt
Im Anschluss fand im Schützenheim die Jahreshauptversammlung statt. Hauptmann Werner Burger konnte dazu neben den zahlreich erschienenen Mitgliedern mehrere Ehrengäste begrüßen: Prälat Eduard Fischnaller, Gemeindereferentin Anni Öttl als Vertreterin des verhinderten Bürgermeisters Andreas Schatzer, Bezirksmajor Florian Lechner sowie eine Abordnung der Schützenkompanie Mils mit Ehrenhauptmann Hermann Pittl.
In seinem Bericht blickte Burger auf ein arbeitsreiches Schützenjahr mit zahlreichen Ausrückungen im Dorf und auf Landesebene zurück. Gleichzeitig verabschiedete er sich nach elf Jahren als Hauptmann aus der ersten Reihe. Es sei ihm eine große Ehre gewesen, der Schützenkompanie vorstehen zu dürfen.
Bei den Neuwahlen wurde Walter Kofler zum neuen Hauptmann der Schützenkompanie Vahrn gewählt. Unterstützt wird er künftig von Oberleutnant Fabian Schenk, Fahnenleutnant Peter Untergasser, Fähnrich Ernst Müller sowie Oberjäger Michael Burger.
Ein bewegender Moment der Versammlung waren die Ehrungen langjähriger Mitglieder. Mathias Speranza wurde für seine 15-jährige Zugehörigkeit zur Kompanie mit der Peter-Sigmayr-Medaille ausgezeichnet, während Christian Maihofer für 25 Jahre Treue die Peter-Mayr-Langjährigkeitsmedaille erhielt. Eine besondere Würdigung erfuhr schließlich der ehemalige Landeskommandant Pius Leitner, der für seine 50-jährige Treue zum Südtiroler Schützenbund geehrt wurde.






