Südtiroler leben länger denn je

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Südtirol beträgt mittlerweile 84,7 Jahre. Das sind sechs Monate mehr als im Vorjahr. Damit wurden die Einbußen durch die Covid-19-Pandemie nicht nur aufgeholt, sondern sogar übertroffen: Im Vergleich zu 2019, dem Jahr vor der Pandemie, ist die Lebenserwartung um neun Monate gestiegen.
Männer holen auf
Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr fällt bei den Männern mit sieben Monaten höher aus als bei den Frauen mit fünf Monaten. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern gehen seit Jahrzehnten langsam zurück: Im Jahr 1980 erreichte der Abstand seinen Höchststand von 8,8 Jahren. 2024 liegt er nur noch bei 3,7 Jahren. Das liegt vor allem daran, dass die Langlebigkeit der Männer schneller zunimmt als jene der Frauen.
Südtirol an der Spitze
Die Lebenserwartung beider Geschlechter liegt in Südtirol nicht nur über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt von 81,5 Jahren für Männer und 85,6 Jahren für Frauen. Im regionalen Vergleich liegt die Lebenserwartung der Südtiroler Männer italienweit an erster Stelle. Bei den Frauen belegt Südtirol den zweiten Platz nach dem Trentino mit 86,9 Jahren.
Tirol mit niedrigsten Werten in der Europaregion
Im Bundesland Tirol ist die Lebenserwartung im Jahr 2024 nur leicht gestiegen, um etwa zweieinhalb Monate. Sie beträgt 81,1 Jahre bei den Männern und 85,5 Jahre bei den Frauen. Dies sind die niedrigsten Werte in der Europaregion.
Auswirkungen auf das Rentensystem
Die Lebenserwartung spielt eine zentrale Rolle für das Rentensystem: Die gesamtstaatliche Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren dient als Grundlage für die Anpassung des Mindestalters für den Antritt der Altersrente. Die Pensionsreform von 2011 sieht vor, das Eintrittsalter regelmäßig an die Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren anzupassen. Ursprünglich sollte dies alle drei Jahre erfolgen (2013, 2016, 2019), ab 2019 dann alle zwei Jahre. Angesichts der durch Covid-19 bedingten Verlangsamung und des darauffolgenden Rückgangs der Lebenserwartung wurde die Anpassung jedoch für die Zweijahreszeiträume 2021-2022, 2023-2024 und 2025-2026 auf Null gesetzt.
Lebenserwartung ab 65 steigt ebenfalls
Wie die Lebenserwartung bei der Geburt steigt auch die Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren im Jahr 2024. Auf gesamtstaatlicher Ebene liegt die verbleibende Lebenserwartung der 65-Jährigen bei 19,9 Jahren für Männer und 22,7 Jahren für Frauen. Beide Werte übersteigen das Niveau von 2019.
In Südtirol liegt die Lebenserwartung mit 65 Jahren im Jahr 2024 bei 20,8 Jahren für Männer und 23,6 Jahren für Frauen. Das entspricht einem Anstieg von 0,5 Jahren bei den Männern und 0,1 Jahren bei den Frauen im Vergleich zu 2023.
Gesunde Lebensjahre
Eine längere Lebensdauer geht, insbesondere bei der älteren Bevölkerung, mit dem Aufkommen chronischer Krankheiten einher. Der Indikator für gesunde Lebensjahre im Alter von 65 Jahren ist eine vom ISTAT berechnete Messgröße zur Gesundheitserwartung und verknüpft Informationen über Sterblichkeit und Krankheit. Verglichen mit der Lebenserwartung bei der Geburt und der Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren weist der Indikator für gesunde Lebensjahre größere territoriale Abweichungen auf: Die Differenz zwischen der Region mit dem höchsten und jener mit dem niedrigsten Wert beträgt 3,9 Jahre bei den Männern und 4,9 Jahre bei den Frauen. Im Jahr 2024 kann die Südtiroler Bevölkerung im Alter von 65 Jahren beiderlei Geschlechts mit weiteren 11,9 gesunden Jahren rechnen.
Männer haben höheres Sterberisiko
Die Sterbewahrscheinlichkeiten der Männer sind über fast alle Altersjahre hinweg größer als jene der Frauen. Das wird als Übersterblichkeit der Männer bezeichnet.
Die Säuglingssterblichkeit ist im Vergleich zu den nachfolgenden Lebensjahren relativ hoch. Nach dem ersten Lebensjahr sinken die Sterbewahrscheinlichkeiten und bleiben bis zum Alter von etwa fünfzehn Jahren gering. Danach steigt das Sterberisiko etwa bis zum Alter von 21 Jahren stark an und erreicht um dieses Alter herum sein vorläufiges Maximum. Dieses ist bei den Männern stärker ausgeprägt als bei den Frauen, häufig aufgrund ihres riskanteren Verhaltens im Straßenverkehr (sogenannter „Unfallhügel“). Bis zum Alter von etwa vierzig bis fünfundvierzig Jahren steigt die Kurve nur langsam, dann aber schneller an.
Männer gewinnen mehr Lebensjahre
Der Vergleich der Jahre 2004 und 2024 zeigt, dass die Männer in diesen zwanzig Jahren mehr zukünftige Lebensjahre gewonnen haben als die Frauen. Der Abstand zwischen den Verläufen von 2004 und 2024 fällt bei den Frauen geringer aus.






