Hannes Rabensteiner in Mantua: „Eine Haltung lässt sich nicht erschießen“

Hannes Rabensteiner: Hofer ist Vorbild für heutige Generationen
In seiner Gedenkrede zeichnete Hannes Rabensteiner am Freitag das Bild eines Mannes, der weit mehr als ein militärischer Anführer gewesen sei: „Ein einfacher Wirt, Familienvater und Schützenhauptmann“, der aus tiefem Glauben und Verantwortung für seine Heimat gehandelt habe.
Besonders betonte er die moralische Dimension von Hofers Handeln. Freiheit gehe nicht plötzlich verloren, sondern „leise, durch Schweigen“. Hofer hingegen habe sich geweigert zu schweigen und sei damit zum Sinnbild des Widerstands geworden.
Appell an Identität, Sprache und Zusammenhalt
Die Gedenkrede war zugleich ein politischer Appell. Rabensteiner mahnte, die eigene Identität, Sprache und Kultur aktiv zu bewahren. Gerade für Südtirol sei dies keine Selbstverständlichkeit, sondern Ergebnis eines langen historischen Ringens.
„Ein Volk ohne Geschichtsbewusstsein ist wie ein Mensch ohne Seele“, sagte der Landtagsabgeordnete. Autonomie und Rechte müssten immer wieder verteidigt werden – nicht mit Gewalt, sondern mit Entschlossenheit und Zusammenhalt.
Erinnerung als Auftrag für die Zukunft
Hannes Rabensteiner unterstrich, dass die Gedenkfeier kein bloßes Ritual sein dürfe. Vielmehr sei sie eine Verpflichtung für Gegenwart und Zukunft: wachsam zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und auch unbequeme Fragen zu stellen.
Hofer sei zwar in Mantua gestorben, doch seine Werte lebten weiter: „Solange wir sie tragen“. Mit einem eindringlichen Schlussappell rief er dazu auf, Mut und Standhaftigkeit im eigenen Handeln zu zeigen.
Die Gedenkfeier in Mantua bleibt damit nicht nur ein Blick zurück in die Geschichte, sondern auch ein Spiegel aktueller gesellschaftlicher Debatten – und ein jährliches Zeichen der Verbundenheit Tirols mit dem Ort, an dem sein bekanntester Freiheitskämpfer sein Leben verlor.
Alljährliches Gedenken in Mantua
Dass das Gedenken alljährlich in Mantua stattfindet, hat einen historischen Hintergrund: Nach dem Tiroler Aufstand von 1809 wurde Andreas Hofer verraten, gefangen genommen und in die norditalienische Stadt gebracht. Dort wurde er nach einem Prozess am 20. Februar 1810 erschossen.
Mantua ist damit nicht nur Ort seines Todes, sondern auch ein Symbol für seinen unbeugsamen Charakter. Zeitzeugen berichten, dass selbst Teile der lokalen Bevölkerung von Hofers Auftreten beeindruckt waren und versuchten, Geld für seine Begnadigung zu sammeln – jedoch ohne Erfolg.
Bis heute pilgern deshalb Tiroler Delegationen an diesen Ort, um an seinen Mut und seine Haltung zu erinnern.
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