von lif 20.02.2026 15:20 Uhr

Standesamt-Software ohne Umlaute: STF fordert eigenes System

Die neue staatliche Software für Standesämter kann deutsche Umlaute nicht korrekt verarbeiten. Die Süd-Tiroler Freiheit spricht von einer „Missachtung sprachlicher Gleichstellung“.

Sven Knoll (Bild:STF)

Ausgerechnet zum Internationalen Tag der Muttersprache sorgt eine neue staatliche Software für Ärger: Das Programm, das auch den Südtiroler Gemeinden für die Standesämter vorgegeben wird, kann die deutschen Umlaute Ä, Ö, Ü sowie das ß nicht korrekt verarbeiten. Das kritisiert der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, scharf in einer Aussendung. „Das ist kein technisches Missgeschick, sondern Ausdruck eines nationalistischen Systems, das die sprachliche Realität Südtirols ignoriert“, so Knoll. Er verweist auf das autonomierechtlich garantierte Recht, die deutsche Muttersprache auch gegenüber Behörden zu gebrauchen. Wenn staatliche Datenbanken dieses Recht aushebeln, sei das eine gezielte Missachtung der sprachlichen Gleichstellung.

Der Landtagsabgeordnete sieht darin ein grundsätzliches Problem: „Zentrale italienische Systeme bestimmen über unsere Verwaltung, über unsere Personenstandsregister, über unsere Daten – und sind nicht einmal in der Lage, die deutsche Sprache korrekt abzubilden.“ Knoll nennt weitere Beispiele: fehlende Ortsangaben in deutscher Sprache auf neuen Personalausweisen, weil dafür nicht genügend Platz sei, sowie rein italienischsprachige Computersysteme bei Behördengängen. „Wer in Südtirol die deutsche Sprache verwenden will, stößt damit immer öfter auf Probleme“, so der Politiker.

Die Süd-Tiroler Freiheit fordert als Konsequenz die sofortige Abkopplung Südtirols von der italienischen Standesamtsdatenbank und den Aufbau eines eigenen Landes-Systems, das die Mehrsprachigkeit des Landes vollständig und technisch einwandfrei garantiert. „Wer unsere deutsche Sprache nicht ernst nimmt, nimmt auch unsere Autonomie nicht ernst“, kritisiert Knoll. Er appelliert an die Landesregierung, die Rechte Südtirols konsequent zu verteidigen, „anstatt sich in willfährigem Gehorsam den Vorgaben aus Rom zu beugen.“

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