von lif 20.02.2026 14:17 Uhr

23 Gramm Zucker täglich allein durch Softdrinks

In Österreich werden im Durchschnitt knapp 23 Gramm Zucker pro Tag allein durch Softdrinks konsumiert – mehr als durch Naschen. Darauf hat die Organisation Foodwatch auf Basis von Euromonitor-Daten aufmerksam gemacht. Zum Vergleich: Über Süßigkeiten würden durchschnittlich rund 15 Gramm pro Tag aufgenommen. Der Großteil des Zuckers durch Getränke stamme aus Limonaden, aber auch Energydrinks tragen ihren Teil bei.

APA/AFP

„Damit liegt Österreich auf Platz zwei unter den zehn bevölkerungsreichsten westeuropäischen Ländern – nur Deutschland weist noch höhere Werte auf“, kritisierten die Konsumentenschützer. Im Nachbarland werden täglich sogar rund 26 Gramm Zucker mit Cola & Co. getrunken. In beiden Fällen ist das deutlich mehr als in vielen südeuropäischen Ländern. Italien etwa kommt laut diesen Daten auf rund 9,5 Gramm pro Tag. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt den Konsum von maximal 25 Gramm Zucker pro Tag – fast so viel erreichen die Menschen in Österreich nur durch gesüßte Getränke. Für Kinder von vier bis sieben Jahren liegt der empfohlene Höchstwert bei 19 Gramm täglich.

Viel Zucker durch Energydrinks

Besonders alarmierend ist die Entwicklung laut Foodwatch bei Energydrinks: Hier liege Österreich mit 4,16 Gramm Zucker pro Kopf und Tag „auf Platz zwei in Westeuropa“. 2011 seien es noch 2,71 Gramm gewesen. Länder wie Italien oder Spanien rangieren demnach bei unter einem Gramm täglich.

Zuckerhaltige Getränke gelten als Risikofaktor für Übergewicht und Typ-2-Diabetes. „Bereits jetzt sind 3,7 Millionen Erwachsene in Österreich übergewichtig, jedes dritte Kind im Volksschulalter bringt zu viele Kilos auf die Waage“, so Foodwatch.

„Kracherl-Steuer“ und Altersgrenze gefordert

Mehr als 100 Länder weltweit haben den Angaben zufolge bereits eine Abgabe auf stark zuckerhaltige Getränke eingeführt. Foodwatch fordert eine „Kracherl-Steuer“ und ein Verkaufsverbot von Energydrinks an Minderjährige. Hersteller würden einen Anreiz brauchen, zuckerärmere Produkte anzubieten. Für beide Anliegen wurden Petitionen gestartet.

APA/UT24 

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