von ih 20.02.2026 10:00 Uhr

„Unsere deutsche Sprache wird immer wieder mit Füßen getreten“

Die Diskussion um sogenannte mehrsprachige Klassen in Südtirols Bildungseinrichtungen sorgt erneut für Diskussionen. Anlässlich des internationalen Tages der Muttersprache bekräftigt die Junge Süd-Tiroler Freiheit ihre Ablehnung entsprechender Vorschläge und warnt vor „irreversiblen Folgen“ für Sprache und Identität der deutschsprachigen Minderheit.

Jugendsprecherin Melanie Mair in der Mitte der beiden Landtagsabgeordneten Hannes Rabensteiner und Sven Knoll. - Foto: Süd-Tiroler Freiheit.

Derzeit basiert das Bildungssystem in Südtirol auf einer strikten Trennung nach Unterrichtssprachen: Es gibt deutsche und italienische Kindergärten sowie Schulen, mit Ausnahmen in ladinischen Gebieten. Dieses Modell gilt laut der Organisation als bewährte Grundlage des Minderheitenschutzes. Forderungen nach mehrsprachigen Klassen, in denen Deutsch und Italienisch parallel als Unterrichtssprachen verwendet werden, würden dieses System infrage stellen.

Melanie Mair, Landesjugendsprecherin der Süd-Tiroler Freiheit, sieht darin erhebliche Risiken: „Ein Umdenken ohne Weitsicht hätte irreversible Folgen für unsere Minderheit.“ Insbesondere befürchtet sie negative Auswirkungen auf die Qualität der Sprachkompetenz. Schüler könnten dem Unterricht schwerer folgen, Inhalte langsamer aufnehmen und Fachbegriffe nur unzureichend in der Muttersprache erlernen.

Ein weiteres Problem sieht die Junge STF in der zunehmenden Vermischung der Sprachen im Alltag. Wenn Fachbegriffe überwiegend auf Italienisch vermittelt würden, fehle häufig das entsprechende deutsche Vokabular. Dies könne langfristig zu sprachlichen Unsicherheiten und einer Verwässerung der Muttersprache führen.

Gerade vor dem Hintergrund der vielfältigen deutschen Dialekte in Südtirol sei es entscheidend, zunächst die Hochsprache sicher zu beherrschen. Erst darauf aufbauend könne das Erlernen weiterer Sprachen sinnvoll erfolgen. Bereits jetzt hätten viele Lernende Schwierigkeiten mit der deutschen Standardsprache, so die Kritik.

Die Junge Süd-Tiroler Freiheit appelliert daher, am bestehenden System festzuhalten. Dieses habe sich als „bestmögliches Schulmodell“ bewährt und dürfe nicht leichtfertig aufgegeben werden. „Unsere deutsche Sprache wird mit solchen Forderungen immer wieder mit Füßen getreten“, erklärt Mair. Ein Kurswechsel in der Bildungspolitik würde nicht nur die Sprachqualität, sondern auch die kulturelle Identität Südtirols nachhaltig gefährden.

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