von ih 20.02.2026 07:45 Uhr

Bruneck: Faschistische Symbole auf Kehrerbrücke sorgen für Kritik

In Bruneck sorgt der Neubau der Kehrerbrücke in der Fraktion Stegen derzeit für Diskussionen (UT24 berichtete). Während die dringend notwendigen Bauarbeiten und der damit verbundene Abriss der alten Brücke grundsätzlich positiv aufgenommen werden, entzündet sich Kritik an den Plänen der Gemeinde, faschistische Symbole auch an der neuen Brücke wieder anzubringen. Die Süd-Tiroler Freiheit äußert in einer aktuellen Stellungnahme deutlichen Protest gegen dieses Vorhaben.

Die Kehrerbrücke in Bruneck wird derzeit saniert. Weil die dort angebrachten faschistischen Liktorenbündel ebenfalls erneut angebracht werden sollen, gibt es Kritik von Andreas Lang, Brunecker Ortssprecher der Süd-Tiroler Freiheit.

„Faschistische Relikte erhalten nicht gesellschaftlichen Frieden“

Für Andreas Lang, Ortssprecher der Süd-Tiroler Freiheit in Bruneck, sei die Wiederanbringung der faschistischen Symbole „ein Stoß ins Herz“ für jene Bevölkerungsgruppen, die unter dem Faschismus gelitten haben – insbesondere die deutsche und ladinische Sprachgruppe. Gleichzeitig betont er, dass auch viele Italiener Opfer des faschistischen Regimes gewesen seien.

Aus Sicht der STF sei es daher gerade heute wichtig, ein klares Zeichen gegen den Faschismus zu setzen. Das Argument, faschistische Relikte aus Gründen des gesellschaftlichen Friedens zu erhalten, weist Andreas Lang zurück. Man dürfe nicht davon ausgehen, dass die italienische Bevölkerung grundsätzlich an solchen Symbolen festhalten wolle. Als historisches Beispiel nennt Lang Ferruccio Parri genannt, der erste Ministerpräsident Italiens nach dem Zweiten Weltkrieg, der sich für eine konsequente Entfernung faschistischer Einflüsse aus dem Staat eingesetzt habe.

Vor diesem Hintergrund stellt die Süd-Tiroler Freiheit die grundsätzliche Frage, warum Relikte eines Regimes bewahrt oder erneut sichtbar gemacht werden sollten, wenn große Teile aller Sprachgruppen diese ablehnen.

Relikte sollten ins Museum

Als mögliche Lösungen bringt die Brunecker STF zwei Optionen ins Spiel: Entweder sollten die Symbole in ein Museum überführt werden, wo sie historisch eingeordnet werden können, oder sie sollten endgültig entfernt werden.

Ziel sei es auf jeden Fall, die anhaltenden Kontroversen zu beenden und die Kehrerbrücke künftig ausschließlich als das wahrzunehmen, was sie sein soll: ein funktionales Bauwerk ohne politisch extreme Symbolik.

Die Gemeinde Bruneck hat sich zu der Kritik bislang nicht ausführlich öffentlich geäußert. Es bleibt abzuwarten, ob die Debatte Einfluss auf die endgültige Gestaltung der neuen Brücke haben wird.

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